Wirtschaft : Schnell ist schnell teuer

Hannah Wilhelm

Es wird auch in diesem Jahr nicht klappen. Dabei hatte man sich doch so fest vorgenommen, alle Geschenke schon ganz früh zu kaufen und rechtzeitig loszuschicken. Jetzt sind die Feiertage schon fast da und noch immer ist kein Päckchen gepackt, geschweige denn verschickt. Doch auch jetzt können Geschenke noch pünktlich bei Verwandten und Freunden ankommen - mit Hilfe von Paketdiensten. Geld darf dabei jedoch keine Rolle spielen. "Wir können das Päckchen am Sonntag den 23. bei Ihnen zu Hause abholen. Es wird dann am Vormittag des 24. ausgeliefert", verspricht der Kundendienst bei General overnight (GO). Das hat jedoch seinen Preis. Während der Transport eines vier Kilogramm schweren Päckchens innerhalb Deutschlands auf dem normalen Postweg 11 Mark kostet, zahlt man bei GO 69,60 Mark. Am 23. würde noch mal ein Sonntagszuschlag von 100 Mark dazukommen. Grafik: So viel kostet es, Pakete zu verschicken Beim Telefonservice der Deutschen Post wird, wenn der Anschluss mal nicht besetzt ist, dem Privatkunden empfohlen, Weihnachtsgeschenke spätestens am 17. Dezember, also eine Woche vor dem 24. am Schalter abzugeben. "Normalerweise dauert die Zustellung drei bis vier Tage, aber vor den Feiertagen empfehlen wir, es lieber früher loszuschicken." Die Post befördert in den Wochen vor Weihnachten rund dreimal so viele Pakete und doppelt so viele Briefe als normalerweise. Um diese Mengen bewältigen zu können, werden die Briefkästen in deutschen Innenstadtbereichen auch am Sonntag, dem 23. Dezember, geleert. Außerdem arbeiten an dem Sonntag auch alle 84 Briefzentren der Deutschen Post. Trotzdem gibt es keine Garantie, dass die Post noch zu Weihnachten ankommt. Wer ganz spät dran ist, kann einen Express-Zuschlag von 18 Mark zahlen und das Paket am Samstag, den 22. Dezember aufgeben. Die Zustellung erfolgt dann am nächsten Werktag, also am Montag, den 24. Dezember.

Auch der Paketdienst United Parcel Service (UPS) kann nicht allzuviel versprechen. Um sicher zu gehen, dass das Vier-Kilo-Paket am 24. unter dem Christbaum liegt, sollte man es am Donnerstag (20. Dezember) zu Hause abholen lassen. Das kostet dann 44,19 Mark. "Zu Weihnachten ist sehr viel los", erklärt eine Dame am UPS-Infotelefon, "außerdem kann sich die Zustellung zurzeit durch neue Sicherheitsauflagen um einen Tag verzögern." Am Freitag, den 21.12., müsste das Paket aber spätestens los. "Es kann dann aber gut passieren, dass das Paket erst am 27., also nach den Feiertagen, zugestellt wird. Dafür übernehmen wir keine Garantie." Das Päckchen hätte damit fast eine Woche gebraucht - fast ebenso lang wie bei der Deutschen Post, die dafür nur ein Viertel des Preises verlangt.

Aber nicht nur Preis und Pünktlichkeit sind ausschlaggebend: Service, also Zuverlässigkeit, Transparenz, Komfort, aber auch der Umgang mit dem Transportgut sind vielen Kunden wichtig. Nach diesen Kriterien hat die Stiftung Warentest in ihrer Dezemberausgabe sieben Paketdienste unter die Lupe genommen. Elektronische Geräte wie Fernseher und PC-Monitore schickten die Tester zwischen fünf deutschen Städten hin und her. Das Ergebnis: Testsieger wurde GO mit der Note 1,6. Besonders lobt Stiftung Warentest die große Flexibilität und präzise Zustellung am Folgetag. Außerdem fasst GO die Pakete nach Aussage der Tester mit Samthandschuhen an: Als einziger Transporteur erhielt GO ein "Sehr gut" für den Umgang mit dem Transportgut. Schlusslicht ist der Deutsche Paketdienst (DPD) mit der Note 4,0. Denn bei der Zustellung erlitt ein Fernseher sogar einen Totalschaden, so die Tester.

Für eine gute Zustellung muss der Kunde kräftig löhnen. Die vier von Stiftung Warentest für "gut" befundenen Paketdienste waren gleichzeitig auch die teuren. Für ein Vier-Kilo-Paket verlangten sie zwischen 42,34 (Euro Express) und 97,56 Mark (DHL Worldwide). Die drei schlechter benoteten Transporteure berechneten für den selben Dienst nur zwischen 8,50 (German Parcel) und 11,54 Mark (Hermes Versand).

Auch der Kunde muss etwas dafür tun, damit Geschenke sicher ankommen. Der Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienst (BIEK) rät, Gegenstände in ihrer Originalverpackung zu verschicken. Diese seien vom Hersteller so konstruiert, dass die Ware Transporte schadlos übersteht. Außerdem rät der Verband, für leichte Waren weiches und für schwere Produkte härteres Material zur Polsterung zu verwenden. Das Packgut dürfe in der Verpackung kein Spiel haben. Empfindliche Güter sollten auf keinen Fall die Außenverpackung berühren, da sie sonst leicht beschädigt werden können. Sonst nutzt es auch nichts, wenn das Päckchen noch pünktlich zu Weihnachten ankommt.

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