Wirtschaft : Schnelle Socken

Wer joggt, braucht mehr als gute Schuhe: An nützlichem Zubehör mangelt es nicht

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Zum Joggen braucht man Schuhe, Shirt und Hose – sonst nichts. Wer so denkt, hat noch keinen Blick in die Sportabteilungen der Kaufhäuser geworfen. Die Fülle an Zubehör, das Langläufer mit auf die Piste nehmen können, erinnert eher an eine Materialschlacht. Von der Hightech-Socke bis zum Handytäschchen finden Jogger heute alles, was sich irgendwie am Körper befestigen lässt und das Laufen komfortabler macht.

„Vor 20 Jahren haben wir 80 Prozent des Umsatzes mit Schuhen gemacht“, sagt Derk Beggerow, Geschäftsführer des Berliner „Lang und Laufladens“. „Heute sind es 50 Prozent, der Rest entfällt auf Kleidung und Zubehör.“ Laufen sei ein Akademiker-Sport, und die Kundschaft habe das nötige Kleingeld.

Zur Standardausstattung zählt die Puls-Uhr. Ein Brustgurt mit Sender übermittelt die Herzfrequenz des Laufenden und zeigt ihm am Handgelenk per Piepston an, wann er sich überanstrengt oder unterfordert. Einfache Pulsmessgeräte sind schon für 25 Euro zu haben. Wer mehr über seine Leistung wissen will, muss tiefer in die Tasche greifen. So bietet Polar sein Spitzengerät für rund 330 Euro an. Dafür liefert die Uhr dann unter anderem Herzfrequenzen in verschiedenen Intervallen, eine Infrarot-Datenübertragung auf den Computer und einen Höhenmesser. Im Vergleich der Stiftung Warentest schneidet unter den preiswerten Uhren die Polar A5 für rund 100 Euro am besten ab.

Wer zusätzlich sein Lauftempo kontrollieren will, kann dies mit einem Schrittzähler für 25 bis 30 Euro tun. Aus Schrittlänge, Entfernung und gelaufener Zeit lässt sich die Durchschnittsgeschwindigkeit ausrechnen.

Auf Nummer sicher gehen Läufer, die abends unterwegs sind, wenn sie sich mit Reflektoren ausstatten. Am günstigsten sind Arm- und Beinstreifen, die per Klettverschluss befestigt werden. Shirts und Hosen mit reflektierenden Stoffen oder Nähten lösen das Problem elegant, sind aber am teuersten. Weniger elegant, dafür ausgefallen: die Stirnlampe. Ab rund 50 Euro (Heusser) geht Joggern damit im Dunkeln ein Licht auf.

Wichtig für den Laufkomfort sind gute Socken. „Die meisten Blasen laufen sich Jogger, weil sie die falschen Socken tragen“, sagt Derk Beggerow. Besser als Baumwolle, die schnell verschwitzt und unangenehme Falten wirft, sind Laufsocken aus speziellen Materialien, die sich – wie bei den Schuhen – jeweils an den linken und rechten Fuß anpassen. Kosten: 10 bis 15 Euro pro Paar.

Bei der Kleidung sollten Jogger besonders in der kühleren Jahreszeit auf die richtigen Stoffe achten. Auch hier gilt: Baumwolle nimmt den Schweiß zwar auf, Shirt und Hose bleiben aber nass, der Körper kühlt schnell aus. Profis empfehlen deshalb Textilien aus Polyester oder Polypropylen, die die Feuchtigkeit nach außen abgeben, aber trotzdem wärmen. Im Winter werden drei Kleidungsschichten kombiniert: Ein atmungsaktives Unterhemd (um 10 Euro). Darüber sollte man ein weiteres Hemd aus Microfaser (ab 20 Euro) und ein Regen-Wind-Schutz ziehen, ebenfalls aus der fein verwobenen Microfaser (75 bis 150 Euro). Je tiefer die Temperaturen, desto höher der Anteil von Fleece-Stoffen, die auch warm halten.

Um die Flüssigkeitszufuhr zu sichern, gibt es den Trinkgürtel, an dem sich bis zu vier Flaschen (Perfekta, 24 Euro) befestigen lassen. Und wohin mit Hausschlüssel oder Handy? Gelenktaschen ab 3 Euro 50 lösen das Problem im Handumdrehen. mot

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