Schneller als Microsoft : Apple kündigt neues Betriebssystem an

Die neue Version des Mac-Betriebssystems OS X namens Mountain Lion soll bereits im Spätsommer kommen. Damit tritt Apple in direkte Konkurrenz zu Microsofts Windows 8.

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Das Logo des Technologie- und Softwareherstellers Apple.
Das Logo des Technologie- und Softwareherstellers Apple.Foto: dpa

Das aktuelle Betriebssystem Lion (Löwe) ist erst seit Juli vergangenen Jahres auf dem Markt, da kündigt Apple-Chef Tim Cook überraschend bereits eine neue Version an. Mountain Lion (Berglöwe oder auch Puma) steht den Entwicklern ab sofort für ihre Arbeit an neuen Anwendungen zur Verfügung. Die Nutzer von Mac-Rechnern und -Notebooks werden ab dem Spätsommer auf die neue Version des Betriebssystems umstellen können, teilte das Unternehmen mit. Dies jedenfalls gelte für die Kunden, die derzeit Lion nutzen, sagte ein Apple-Sprecher. Ob auch Nutzer älterer Versionen auf Mountain Lion wechseln können und was das Update kosten soll, dazu sagt das Unternehmen noch nichts.

Mit der neunten großen Version des Betriebssystems OS X tritt Apple in direkte Konkurrenz zum Wettbewerber Microsoft. Der weltgrößte Softwarekonzern bringt voraussichtlich im Herbst sein neues System Windows 8 auf den Markt. „Der Mac ist sehr erfolgreich, wächst nun schon seit 23 Quartalen kontinuierlich schneller als der PC und mit Mountain Lion werden die Dinge sogar noch besser“, kündigte Apples Marketingchef Philip Schiller an. Dass die Entwickler-Vorschau von Mountain Lion gerade einmal sieben Monate nach der erfolgreichen Einführung von Lion erscheine, unterstreiche das rasante Tempo bei der Entwicklung des Betriebssystems.

Mountain Lion - zu Deutsch Puma - heißt die neue Version des Apple-Betriebssystems OS X.
Mountain Lion - zu Deutsch Puma - heißt die neue Version des Apple-Betriebssystems OS X.Foto: dpa

Mountain Lion bringt vom Tablet-Computer iPad bekannte Anwendungen und Funktionen auf den Mac. Vor allem verstärkt Apple mit Mountain Lion die Anbindung des Rechners an den Online- Dienst iCloud. Dabei speichert der Nutzer seine Daten – Dokumente, Musik, Fotos, Videos – im Netz und kann dann mit verschiedenen Endgeräten auf diese Daten zugreifen. So hält der Nutzer die Daten auf allen Geräten immer auf dem neuesten Stand. Mehr als 100 Millionen Anwender haben nach Angaben von Apple bereits ein iCloud-Konto. Das neue Betriebssystem verfügt zudem über einen neuen Nachrichtendienst, der es einfacher macht, Mitteilungen über alle Geräte hinweg zu versenden. Auch der Kurzmitteilungsdienst Twitter ist in das neue Betriebssystem integriert.

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Mit dem Gatekeeper (Torwächter) wiederum reagiert Apple auf die zunehmende Bedrohung durch Schadprogramme. Mountain Lion verfüge über eine „revolutionäre Sicherheitsfunktion“, die dem Nutzer helfe, sich vor schadhafter Software zu schützen, kündigte Apple an. Die neue Funktion gebe Anwendern die Kontrolle darüber, welche Anwendungen auf den Mac heruntergeladen und installiert werden können. Auf der anderen Seite sollen hunderte von neuen Schnittstellen Entwicklern Zugang zu Kerntechnologien und verbesserten Funktionen innerhalb des Betriebssystems geben. Es sind nämlich gerade die vielen verschiedenen Anwendungen, die auf einer Plattform laufen, die ein System für die Nutzer attraktiv machen. Hier steht Apple vor allem in Konkurrenz zu Googles offenem Betriebssystem Android.

Analyst Markus Friebel von Independent Research hat die Ankündigung der neuen Version erst zur Jahresmitte mit der Vorstellung neuer Mac-Rechner erwartet. Viele Experten rechneten sogar erst 2013 damit. „Apple richtet sich immer mehr auf mobile Geräte aus, da ist es konsequent, auch das Betriebssystem der Rechner umzustellen“, sagt Friebel. „Und es ist ein kluger Schachzug, das neue Betriebssystem vor Windows 8 vorzustellen und so die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.“ Dass Mountain Lion wegen der frühen Veröffentlichung ein Schnellschuss ist, damit rechnet Friebel nicht. „Apple tut nichts Unüberlegtes, ist aber immer für eine Überraschung gut“, sagt Friebel. Er geht davon aus, dass das neue Betriebssystem auch ein Vorbote des neuen Apple-Fernsehgeräts ist, mit dessen Vorstellung er noch in diesem Jahr rechnet.

Nachdem der Mac von Apple Ende der neunziger Jahre fast komplett an Bedeutung für den PC-Massenmarkt verloren hatte, wächst der Marktanteil des Macintosh-Systems seit 23 Quartalen in Folge. In den USA legte Apple im Weihnachtsquartal nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Gartner um über 20 Prozent zu und erzielte einen Marktanteil von 11,6 Prozent. Marktführer HP liegt bei 23,1 Prozent, Dell auf Platz zwei mit 22,4 Prozent. Der Absatz von Windows-PCs war in der Summe leicht rückläufig. Weltweit hat Apple im vergangenen Quartal erstmals seit vielen Jahren wieder die Fünf-Prozent-Schwelle überschritten. (mit dpa)

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