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Schneller auf die Schiene : Eisenbahn-Bundesamt will neue Züge zum TÜV schicken

Bundesverkehrsminister Ramsauer hat es angekündigt: Neue Züge sollen schneller auf die Schiene. Das Eisenbahnbundesamt schlägt jetzt ein Verfahren vor, wie die Zulassungsprüfungen verkürzt werden könnten.

Auf Achse. Die Bahn braucht dringend neue ICEs, weil die alten Züge seit dem Achsbruch im Jahr 2008 häufiger überprüft werden.
Auf Achse. Die Bahn braucht dringend neue ICEs, weil die alten Züge seit dem Achsbruch im Jahr 2008 häufiger überprüft werden.Foto: dapd

Um den Engpass an neuen Zügen hierzulande rasch zu beheben, hat das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) ein neues Prüfsystem wie in der Autobranche ins Spiel gebracht. „Ich kann mir gut eine Art TÜV-System vorstellen, bei dem unabhängige Institute prüfen, ob alle Regeln eingehalten sind“, sagte EBA-Präsident Gerald Hörster dem „Tagesspiegel“. „Wir würden diese Institute dann anerkennen und überwachen.“ Bislang ist allein das EBA dafür zuständig, neue Züge und Bahn-Material zuzulassen. Für das neue Verfahren müssten aber Gesetze geändert werden, sagte Hörster weiter. 

Damit unterstützt er Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der die Zulassung für neu gebaute Züge verkürzen will. Es gelte, die Verfahren zu optimieren, hatte er dem „Tagesspiegel am Sonntag“ gesagt. Darüber sprechen will der Minister mit der Branche am kommenden Donnerstag auf einem Bahn-Gipfel in Berlin. Seit Jahren liegen das EBA, die Bahn und die Bahn-Industrie im Clinch, weil es immer wieder Qualitätsprobleme bei neuen Loks und Triebzügen gab und das EBA sich weigerte, dem neuen Material Brief und Siegel zu geben.

Die Verantwortung für Verzögerungen liegt Hörster zufolge aber nicht beim EBA. „Viele Vorwürfe sind gar nicht berechtigt“, sagte er dem „Tagesspiegel“ weiter. Die Bahnindustrie, etwa Siemens, Alstom oder Bombardier, habe „Optimierungsbedarf“ bei der Steuerung ihrer Prozesse. „Die Zeitrahmen für Konstruktion und Bau sind oft viel zu eng.“ (Tsp)

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