Wirtschaft : Schneller von Phone zu Phone

Der Markt zwingt Apple zum frühen Austausch. Facebook wählt eine andere Taktik.

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Zukunftsmarkt. Foto: AFP
Zukunftsmarkt.Foto: AFP

Berlin - Es ist nur eine Frage der Zeit – denn dass Apple sein aktuelles iPhone- Modell spätestens zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft ablösen wird, war absehbar. Nun verdichten sich die Hinweise, dass das neue Smartphone der Kalifornier bereits im Sommer auf den Markt kommt. Die Produktion werde in Kürze – noch im laufenden Quartal – beginnen, erfuhr das „Wall Street Journal“ von „informierten“ Personen.

Bislang hatte zwischen den Präsentationen des aktuellen und des Nachfolgegeräts jeweils rund ein Jahr gelegen. Nun wäre die Spanne zwischen iPhone 5 und dem Nachfolger mit etwa neun Monaten deutlich kürzer. Apple äußerte sich wie üblich nicht zu den Spekulationen. Ein kürzerer Produktzyklus könnte jedoch darauf hindeuten, dass Apple auf wachsenden Wettbewerbsdruck reagiert. Der US- Technologiekonzern teilt sich den Markt für Smartphones weitgehend mit dem koreanischen Samsung-Konzern. Beide sind auch die Einzigen, die an den Touchscreen-Handys verdienen. Nach Angaben des Marktanalysten Asymco sammelte Apple zwischen Juli und Ende September vergangenen Jahres 60 Prozent der Gewinne in diesem Marktsegment ein, auf Samsung entfielen 39 Proeznt. Nur zwei Quartale zuvor stand es in dieser Statistik noch 75 zu 16 Prozent. Samsung stellte kürzlich die neue Version seines Galaxy S4 vor.

Für die Smartphone-Hersteller gewinnen Märkte wie China und Südamerika an Bedeutung, nachdem in den Industriestaaten langsam eine gewisse Sättigung einsetzt. Apple verfügt mit seiner hochpreisigen Palette aber nicht über Geräte, die sich Verbraucher in Schwellenländern massenhaft leisten können. Das dürfte sich zwar auch mit dem neuen Modell nicht ändern. Medienberichten zufolge handelt es sich um ein Zwischenmodell, ein iPhone 5S. Das heißt, es dürfte äußerlich unverändert bleiben, jedoch eine Reihe von technischen Neuerungen beinhalten. Zusätzlich rechnen Analysten aber in kurzem zeitlichen Abstand mit einem technisch abgespeckten und dadurch billigeren Modell, das in den Schwellenländern Erfolg bringen soll.

Angesichts des Smartphone-Booms wurde auch immer wieder über ein Facebook-Handy spekuliert. Die gut eine Milliarde Mitglieder nutzen das soziale Netzwerk zunehmend über mobile Geräte. Dennoch wird das US-Unternehmen kein eigenes Gerät herstellen – aber eines herstellen lassen. In Tech-Blogs kursieren Fotos zu einem von HTC hergestellten Smartphone. Es soll mit einer Art Facebook-Benutzeroberfläche arbeiten. Damit käme Unternehmenschef Mark Zuckerberg seinem Ziel näher, Facebook zur Einstiegsseite ins Internet zu machen. Diesen Donnerstag will das soziale Netzwerk Neuigkeiten vorstellen. Simon Frost

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