Wirtschaft : Schöner fliegen in Hamburg

Airbus siedelt Design-Zentrum für A350-Interieur in Finkenwerder an

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Berlin - Airbus richtet in Hamburg die Zentrale für die Innenausstattung des neuen Langstreckenjets A350 ein. Rund sieben Millionen Euro wird der Flugzeughersteller für den Neubau im bestehenden Werk Finkenwerder investieren. Etwa 200 Designer, Ingenieure, Marketingexperten, Kabinen-Trendforscher und Vertreter von Zulieferern werden gemeinsam mit den Kunden das individuelle Interieur der Maschinen entwerfen.

Bei der Kabinendefinition des A350 passt sich Airbus erstmals der Automobilindustrie an. Die Ausstattung kann aus vorentwickelten Elementen zusammengestellt werden. So gibt es zum Beispiel rund 300 verschiedene Varianten für die Gestaltung der Bordküchen. Aber auch bei der Art der Sitze, der Form der Gepäckablagefächer, den Farben der Bezüge, Teppiche und Wände sowie der Beleuchtung gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten.

In dem Kabinenzentrum werden reale Modelle mit digitalen 3-D-Animationen kombiniert. So können die Vertreter der Luftverkehrsgesellschaften virtuell testen, wie verschiedene Gestaltungsformen in der Realität aussehen würden. Für die endgültige Festlegung des Kabinendesigns haben die Airlines acht Monate Zeit vor der Auslieferung der ersten Maschine. So können auch die aktuellsten Trends und Entwicklungen berücksichtigt werden.

Vier bis sechs Wochen wird eine solche Definitionsphase dauern. Jeweils zwei Kunden können unabhängig voneinander bedient werden. Damit liegt die Jahreskapazität bei 20 Definitionen. Die Tatsache, dass Hamburg bereits das Kompetenzzentrum für Rumpf und Kabine von Airbus ist, sei ausschlaggebend für die Standortwahl gewesen, erklärte das Unternehmen. Fast 12 000 Menschen arbeiten am zweitgrößten Standort im Airbus-Reich. Der Luft- und Raumfahrtkoordinator der Regierung, Peter Hintze (CDU), hatte kürzlich noch bedauert, dass Airbus die Entscheidung zum Bau eines Nachfolgers für den A320 zurückgestellt hatte, weil dieses Modell unter deutscher Führung entwickelt werden soll. Der A350 wird unter der Ägide der Franzosen entwickelt.

Der A350 ist Konkurrent der wiederholt verzögerten Boeing 787 „Dreamliner“, deren Auslieferung nunmehr 2011 beginnen soll. Der Erstflug des neuen Airbus ist für 2012 geplant. Bisher haben 35 Fluggesellschaften 573 der überwiegend aus Kunststoff gefertigten Maschinen bestellt. Rainer W. During

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