Wirtschaft : Schröder gewinnt bei den Managern Umfrage: Regierung besser als die Opposition

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Berlin Die CDU verliert in der Wirtschaft zunehmend an Unterstützung. Die Führungskräfte der deutschen Unternehmen stufen die Leistungsfähigkeit der Bundesregierung erstmals höher ein als die der Opposition. Gründe hierfür sind vor allem der anhaltende Führungsstreit in der Unionsspitze und Zweifel an der Durchsetzungskraft von CDU-Chefin Angela Merkel in der Gesundheitsdebatte.

Die Unternehmer und Manager bewerten Angela Merkel zum ersten Mal seit Ende 2001 – als die Union über die Frage der Kanzlerkandidatur zerstritten war – schlechter als Kanzler Gerhard Schröder. Das ist das Ergebnis des aktuellen Handelsblatt Business-Monitors, einer repräsentativen Umfrage des Psephos-Instituts im November. Danach ist nur noch jeder vierte Wirtschaftsführer zufrieden mit den Leistungen der Union, im September waren es noch 55 Prozent. Der CDU-Chefin geben 44 Prozent das Prädikat „schlecht“, 19 Prozent sogar „sehr schlecht“. Als Gesamtnote erhält Merkel jetzt die Note 3,8 – ein schlechtes Niveau, das im Frühsommer noch der Bundesregierung unter Gerhard Schröder vorbehalten blieb. Drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass Merkel in der CDU nicht über genügend Rückhalt verfügt. Im September bekam sie noch die Note 3,3. Damals hielten 64 Prozent ihre Arbeit für gut oder befriedigend.

Dagegen nötigt die Politik des Kanzlers den Wirtschaftsentscheidern zunehmend Respekt ab. Während sich die Bundesregierung insgesamt nur marginal auf die Note 3,6 verbessert, zieht Kanzler Schröder die Wirtschaft inzwischen mehrheitlich auf seine Seite: 62 Prozent sind zufrieden mit der politischen Leistung Schröders. Im September waren es noch 56 Prozent. Von den düsteren Bewertungen im Mai (70 Prozent kritisch), ist der Kanzler inzwischen weit entfernt. Seit dem Spätsommer 2002, kurz vor der Bundestagswahl, war die Zustimmung für Kabinett und Regierungschef nicht mehr so groß wie heute.

Allerdings: Die CDU/CSU gilt weiterhin mit großem Abstand als die Partei mit der höchsten Wirtschaftskompetenz. 53 Prozent der Manager sehen sie hier vorn, gefolgt von der FDP mit 16 Prozent. Die SPD halten nur sechs Prozent für wirtschaftlich kompetent.

Auf harte Ablehnung stößt auch der absehbare Kompromiss in der Union zur Gesundheitspolitik. Hier kritisiert die Wirtschaft vor allem, dass die Gesundheitskosten nun doch nicht durch Auszahlung des Arbeitgeberbeitrags an die Versicherten vom Lohn abgekoppelt werden sollen. Dass Merkel für diesen Kompromiss mit der CSU mehrere Monate brauchte, trug offenbar zu ihrem Ansehensverlust bei. Auch der Rückzug von Friedrich Merz aus dem Amt des Fraktionsvize dürfte der Union geschadet haben. ms/pt/rks (HB)

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