Wirtschaft : Schröder verteidigt Preussag-Kauf

Ministerpräsident weist Vorwurf der ausländerfeindlichen Investitionspolitik zurück SALZGITTER (rtr).Niedersachsens Ministerpräsident Gerhard Schröder hat die ihm im Zusammenhang mit der Übernahme der Preussag Stahl AG (PSAG) vorgeworfene auslandsfeindliche Investitionspolitik zurückgewiesen."Das ist völliger Quatsch", sagte Schröder am Montag vor etwa 700 Betriebsräten und Vertrauensleuten der PSAG in Salzgitter.Er bemühe sich für das Land auch weiterhin intensiv um Investoren beispielsweise aus den USA, Großbritannien oder auch Österreich.Knapp die Hälfte der PSAG-Aktien sollten bis zum Jahresende an der Börse plaziert werden. Es gebe bereits jetzt viele nationale und internationale Interessenten, sagte Schröder weiter.Die drohende Übernahme der PSAG durch die österreichische Voest Alpine habe er verhindern müssen, weil ansonsten denkbar gewesen wäre, daß die Konzernzentrale aus Salzgitter abgezogen worden wäre.Erfahrungen aus der Vergangenheit hätten gezeigt, daß auch bald Abteilungen wie Forschung und Entwicklung abgezogen würden und eine Produktionsstätte damit zur verlängerten Werkbank werden könnte.Zudem hätte die zu 43 Prozent dem österreichischen Staat gehörende Voest Alpine bei Problemen sicher erst in Salzgitter und nicht in Österreich Stellen abgebaut.Deshalb sei die PSAG-Übernahme ein spezieller Fall, der nichts mit auslandsfeindlicher Politik zu tun habe.In ähnlichen Situationen würde er erneut so handeln, sagte Schröder. Da die Anteile des Landes durch eine landeseigene Beteiligungsgesellschaft finanziert würden, entstehe kein wirtschaftlicher Engpaß im Landeshaushalt.Ein McKinsey-Gutachten belege zudem, daß die PSAG zu den besten Stahlunternehmen der Welt gehöre.Zwar werde jetzt nach strategischen Partnern gesucht, doch sei das Unternehmen auch alleine überlebensfähig. Die Übernahme der Mehrheit an der PSAG durch das Land und die Norddeutsche Landesbank sei sicher keine Beschäftigungsgarantie, sagte IG Metall-Sprecher Jürgen Peters.Umstrukturierungen würden aber leichter fallen, wenn sie eigen- und nicht fremdbestimmt getroffen würden.Im übrigen hätten sich Land und Gewerkschaft auch dann heftig gewehrt, wenn eine Übernahme nicht aus Österreich, sondern aus Rhein und Ruhr gedroht hätte. Die Norddeutsche Landesbank hatte am Wochenende mitgeteilt, sie werde zusammen mit dem New Yorker Investmenthaus Morgan Stanley Dean Witter bis zum Sommer 49 Prozent der Preussag-Anteile an die Börse bringen.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben