Wirtschaft : "Schütt-aus-Hol-zurück"

Sonderausschüttung lohnt sich für die Aktionäre.Die von der Daimler-Benz AG geplante Sonderausschüttung mit anschließender Kapitalerhöhung lohnt sich für die Aktionäre.Das Vorgehen beim sogenannten "Schütt-aus-hol-zurück"-Verfahren ist im Prinzip einfach: Ein Unternehmen nimmt Geld aus seinen Gewinnrücklagen, die im Fall von Daimler-Benz mit 50 Prozent Körperschaftssteuer belastet sind.Das Geld wird an die Aktionäre gezahlt und ist damit ein ausgeschütteter Gewinn, der nur mit 30 Prozent versteuert werden muß.Die Ersparnis erhalten die Aktionäre.Anschließend erhöht das Unternehmen sein Kapital, um genau die aus der Gewinnrücklage entnommene Summe - im Fall Daimler 7,4 Mrd.DM - wieder in die Kasse zu bekommen.Wenn die Aktionäre mitziehen, ist danach die Eigenkapitalausstattung so hoch wie zuvor.Für das ausschüttende Unternehmen ändert sich nichts - außer, daß der eingesetzte Milliardenbetrag nicht mehr als Gewinnrücklage, sondern als gezeichnetes Kapital in der Bilanz steht.Im Fall Daimler-Benz müssen die Aktionäre die Sonderausschüttung nach den für sie geltenden Steuersätzen versteuern.Inländische Aktionäre erhalten zusätzlich zu der Sonderausschüttung eine bei Dividenden übliche Steuergutschrift, die in diesem Fall 8,57 DM je Aktie beträgt.Jene, die auch mit der Sonderausschüttung ihren Steuerfreibetrag für Einkünfte aus Kapitalanlagen von 6000 DM für Alleinstehende beziehungsweise 12 000 DM für Verheiratete noch nicht ausschöpfen, erhalten die Ausschüttung ohne Steuerabzug.Auslöser der Sonderausschüttung bei Daimler-Benz war die gesetzliche Regelung, daß zum Jahresende 1998 in der Bilanz stehende, mit 50 Prozent versteuerte Rücklagen (EK 50) in sogenanntes EK 45 umgebucht werden müssen.Wollte das Unternehmen erst danach die Rücklagen ausschütten, wäre die den Aktionären zufließende Steuerersparnis fünf Prozentpunkte kleiner als heute.rtr

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