Schufa : Nachsicht für Schuldner bei kleineren Beträgen

Die Schufa zeigt sich seit Jahresbeginn gegenüber säumigen Schuldnern von geringen Beträgen nachsichtiger als bislang. Kartei-Einträge über kleineren Summen werden schneller gelöscht.

Wiesbaden - Wie die Schufa Holding AG mitteilte, werden seit dem 1. Januar Einträge über Forderungen von bis 1000 Euro unter bestimmten Voraussetzungen schon nach kurzer Zeit wieder gelöscht, wenn der Betrag vom Schuldner zwischenzeitlich beglichen wurde. Bisher waren derartige Forderungen nach Begleichung der Schulden noch drei Jahre zum Jahresende in der "Kreditbiographie" des Bürgers notiert.

Voraussetzungen für die nun mögliche kurzfristige Löschung sind, dass der Eintrag der Schufa erstmals nach dem 1. Januar 2007 gemeldet und die Forderung innerhalb eines Monats beglichen wurde. Zudem muss der Gläubiger der Schufa den Ausgleich mitteilen. Darüber hinaus darf es sich nicht um eine so genannte titulierte Forderung wie einen Vollstreckungsbescheid handeln.

10.000 Menschen profitieren pro Jahr

Die Änderung solle den Bürgern die Chance geben, längerfristige Negativwirkungen aus "kurzfristigen Zahlungsstörungen" zu vermeiden, erklärte Schufa-Vorstandschef Rainer Neumann. Davon profitierten vor allem solche Verbraucher, "die ihren Kreditgeschäften bisher zuverlässig und verantwortungsvoll nachgekommen sind". Die Schufa rechnet damit, dass sie mit der Änderung mehr als 10.000 Menschen pro Jahr entgegenkommt.

Die Schufa ist eine von der Kreditwirtschaft getragene Auskunftsstelle, die diese mit Informationen über die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen versorgt. Daten von bis zu 63 Millionen Menschen sind dort gespeichert. Verbraucher können ihre Schufa-Auskunft im Internet zum Preis von 7,60 Euro anfordern. (tso/AFP)

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