SCHUHE, TRIKOTS, BÄLLE : Unentschieden zwischen Adidas und Puma

Wenn das Eröffnungsspiel der Fußball- EM angepfiffen wird, hat Puma schon gewonnen. Der deutsche Sportartikelhersteller rüstet beide Mannschaften aus: die Nationalteams der Schweiz und Tschechiens. Im Wettbewerb mit dem heimischen Konkurrenten Adidas spielt Puma allerdings während des gesamten Turniers nur Unentschieden. Beide Unternehmen kommen als Ausstatter auf jeweils fünf Mannschaften. Puma stattet die Gastgeber Schweiz und Österreich sowie den amtierenden Weltmeister Italien aus, Adidas unter anderem die deutsche Elf. Von dem Dax-Konzern stammt auch der EM-Ball, Adidas ist zudem Sponsor und Lizenznehmer der Uefa. Die Nase vorn bei der Euro 2008 hat der Sportartikel-Weltmarktführer Nike – allerdings nur, weil der US-Konzern jüngst die britische Marke Umbro mit sechs Teams übernommen hat. So kommen beide zusammen auf insgesamt elf Mannschaften.

Je mehr Teams die Hersteller unter Vertrag haben, desto attraktiver wird das Geschäft mit den Trikots. Adidas etwa will rund eine Million neue DFB-Trikots verkaufen. Zur WM 2006 waren 1,5 Millionen über den Ladentisch gegangen. Insgesamt wolle der Konzern im Vergleich zur letzten EM 2004 in allen Produktkategorien, also bei Schuhen, Textilien und Bällen, wachsen, sagt eine Sprecherin. So plant Adidas, im laufenden Jahr mehr als sechs Millionen Bälle zu verkaufen. „Insgesamt erwarten wir, dass wir in der Kategorie Fußball einen neuen Rekordumsatz erreichen und damit sogar die Höchstmarke aus dem WM-Jahr übertreffen werden.“ 2006 hatte Adidas 1,2 Milliarden Euro allein mit Fußballprodukten umgesetzt.

Auch Puma spürt noch den Rückenwind, den die Fußball-WM ausgelöst hat. „Die EM ist für uns ein Heimspiel“, sagt ein Sprecher mit Blick auf die Puma tragenden Gastgeber. Nach dem WM-Sieg der Italiener habe es außerdem zahlreiche Nachbestellungen für das Trikot der Squadra Azzurra gegeben. Der Anteil des Fußballgeschäftes sei stetig gewachsen. 2008 ist für Puma ein Ausnahmejahr. Nach den Afrika-Fußballmeisterschaften Anfang des Jahres, bei denen der Hersteller 9 von 16 Teams ausstattete, folgt nach der EM im Herbst der Einstieg in den Segelsport. Das verschlingt hohe Marketingausgaben: 18 Prozent des Umsatzes von zuletzt rund 2,4 Milliarden Euro sollen es 2008 werden. mot

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