Wirtschaft : Schuldenberatung völlig überlastet

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Frankfurt am Main - Die Zahl der Firmenpleiten ist in diesem Jahr deutlich zurückgegangen, dafür ging es bei den Verbraucherinsolvenzen steil nach oben. 2006 hätten 31 300 Firmen Insolvenz beantragt, teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit. Im Vergleich zu 2005 entspreche dies einem Rückgang von gut 15 Prozent. Dagegen nahm die Zahlungsunfähigkeit von Verbrauchern im gleichen Zeitraum um 30 Prozent auf 89 700 zu. Rechnet man Pleiten von Vereinen und Stiftungen hinzu, steigt die Zahl der Insolvenzen im Vorjahresvergleich um 12,1 Prozent auf insgesamt 153 100.

Die erfreuliche Entwicklung bei den Unternehmen führt Creditreform vor allem auf den positiven Trend im Baugewerbe zurück: Dort gingen die Pleiten im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf rund 6000 zurück. „Aber auch in allen anderen Branchen haben die gute Konjunktur, niedrige Zinsen und ein merklich entspannteres Kreditvergabeverhalten der Banken für einen Rückgang der Pleiten gesorgt“, sagte Creditreform-Geschäftsführer Helmut Rödl.

Als Gründe für die gestiegenen Privatinsolvenzen nannte er Arbeitslosigkeit, Scheidungen und Mängel bei der Führung der Haushaltskasse.2007 werde es in diesem Bereich insgesamt weiter deutlich nach oben gehen. Dies liege auch an der Überlastung der Insolvenzgerichte und Schuldnerberatungen. Rödl rechnet deshalb mit einem Anstieg der Verbraucherpleiten im Jahr 2007 um mehr als 50 Prozent auf 140 000 bis 145 000. Dagegen könnte sich der Trend bei den Firmenpleiten bei 30 000 bis 32 000 stabilisieren. ro

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