Wirtschaft : Schuldenkrise: China zweifelt an den USA Ratingagentur will Washington herabstufen

Peking/Washington - Als größter Kreditgeber der USA ist China zutiefst besorgt über die amerikanische Schuldenkrise. Angesichts des festgefahrenen Haushaltsstreits forderte Peking Washington am Donnerstag auf, die Interessen der Investoren zu schützen: Man hoffe, dass die US-Regierung verantwortungsvoll handeln werde, sagte ein Außenamtsprecher. Kein Land hält mehr amerikanische Schatzanleihen als China – insgesamt sind es 1,152 Billionen US-Dollar.

Nach der US-Ratingagentur Moody’s stellte am Donnerstag auch die chinesische Ratingagentur Dadong die Kreditwürdigkeit Washingtons infrage. Selbst wenn sich Kongress und Weißes Haus noch über die Erhöhung der Schuldengrenze einigten, werde die Herabstufung voraussichtlich erfolgen, erklärte Dadong. Die Regierung habe „keine bedeutende Politik zur Verringerung des Defizits“. Moody’s hatte zuvor erklärt, die Bestnote „AAA“ für US-Staatsanleihen stehe infrage. Die Gefahr, dass die USA zumindest kurzfristig ihre Zinsen auf aufgenommene Schulden nicht mehr zahlen könnten, sei nicht mehr undenkbar. Die Opposition in Washington fordert massive Einsparungen, bevor sie einer Anhebung des Schuldenlimits von derzeit umgerechnet zehn Billionen Euro zustimmt. Auch eine vierte Verhandlungsrunde brachte keinen Durchbruch.

In der europäischen Schuldenkrise drängt jetzt Athen zur Eile. Ministerpräsident Giorgos Papandreou appellierte an die Euro-Länder, rasch über ein zweites Hilfspaket für das pleitebedrohte Land zu entscheiden. Die Ratingagentur Fitch hatte die Kreditwürdigkeit Griechenlands am Mittwoch auf „CCC“ herabgestuft, es steht damit nur knapp vor einem Zahlungsausfall. Weiter offen ist, ob es in den kommenden Tagen einen Sondergipfel der Euro-Länder geben wird. dpa/AFP/Tsp

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