Schuldenkrise : Griechenlands Hürdenlauf zur Rettung

Nach der gewonnenen Vertrauensabstimmung fährt der griechische Premier Papandreou nun zum EU-Gipfel nach Brüssel. Welche Hürden Griechenland und die Euro-Länder als Nächstes nehmen müssen.

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Griechenland muss sparen - und sich von mehreren staatlichen Unternehmen trennen. Unternehmen im Wert von schätzungsweise 280 Milliarden Euro befinden sich noch im Staatsbesitz. Davon soll ein Großteil möglichst schnell verkauft werden. Antike Sehenswürdigkeiten sollen nicht dazu gehören. Der Privatisierungsprozess begann schon vor mehreren Jahren. Gebracht hat er nicht viel. Athen muss trotzdem unter den EU-Rettungsschirm schlüpfen.Alle Bilder anzeigen
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18.05.2011 14:43Griechenland muss sparen - und sich von mehreren staatlichen Unternehmen trennen. Unternehmen im Wert von schätzungsweise 280...

HÜRDE 1

EU-Gipfel, 23. /24. Juni 2011

Beim Treffen der Staats- und Regierungschefs an diesem Donnerstag und Freitag in Brüssel sind keine Entscheidungen für das weitere operative Vorgehen der EU-Staaten in der Griechenland-Krise fällig, wie Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch vor dem EU-Ausschuss des Bundestages erklärte. Es dürfte aber zu einer Diskussion über eine vorzeitige Auszahlung des Betrages von einer Milliarde Euro aus EU-Fördermitteln an Athen kommen, wie sie EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ins Gespräch gebracht hat. Die EU-Staaten würden so ein Zeichen setzen, dass sie Griechenland nicht hängen lassen, auch wenn die endgültigen Entscheidungen über die Zahlung weiterer Milliarden auf EU-Ebene erst am Ende der kommenden Woche fallen – immer vorausgesetzt, dass im griechischen Parlament bis dahin eine Mehrheit für das nächste Spar- und Privatisierungspaket der Regierung von Giorgos Papandreou in Höhe von 78 Milliarden Euro zustande kommt.

Zudem ist zu erwarten, dass die Staats- und Regierungschefs, die zur konservativen Parteienfamilie der Europäischen Volkspartei (EVP) gehören, bei ihrem Treffen unmittelbar vor dem Brüsseler Gipfel den griechischen Oppositionsführer Antonis Samaras ins Gebet nehmen werden. Auch Merkel werde Samaras wohl „ihre Sicht der Dinge“ nahe bringen, hieß es aus Berliner Regierungskreisen. Schließlich wünscht sich der Internationale Währungsfonds (IWF), dass langfristige Hilfsprogramme in den Empfängerländern von einem parteiübergreifenden Konsens getragen werden. Bislang lehnt Samaras, der Vorsitzende der oppositionellen Nea Dimokratia, aber eine Mitwirkung an Papandreous Sparpaket ab. ame

HÜRDE 2: Abstimmung, Ende Juni 2011

HÜRDE 3: Zweites Hilfspaket, 3. Juli 2011

HÜRDE 4: Deutsche Zustimmung, ab Juli 2011

HÜRDE 5: Neue Kredite, ab 2012

HÜRDE 6: Rettungsschirm, ab 2013

HÜRDE 7: Sparen, bis 2015

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