Schuldenkrise : Weltbank-Chef warnt vor neuer Wirtschaftskrise

Robert Zoellick befürchtet eine "neue gefährliche Phase" für die globale Wirtschaft. Europa müsse seine Schuldenkrise lösen, die USA bräuchten eine Steuerreform.

Die Weltwirtschaft steuert "in eine neue Gefahrenzone", glaubt Weltbank-Chef Robert Zoellick.
Die Weltwirtschaft steuert "in eine neue Gefahrenzone", glaubt Weltbank-Chef Robert Zoellick.Foto: dpa

Der globalen Wirtschaft droht nach Ansicht von Weltbank-Chef Robert Zoellick eine neue Krise. Angesichts der Konjunkturabkühlung und der Börsenturbulenzen rutsche die Weltwirtschaft in diesem Herbst "in eine neue Gefahrenzone", sagte Zoellick auf einer Konferenz in Peking.

"Die Finanzkrise in Europa ist zu einer Staatsschuldenkrise geworden, mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Währungsunion, Banken und die Wettbewerbsfähigkeit einiger Länder", so Zoellick. Auch die USA müssten ihr Schuldenproblem angehen und das Vertrauen der Finanzmärkte in die Politik wieder stärken. Außerdem sei in den USA eine Steuerreform nötig, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Gleichzeitig warnte er davor, dass hohe Nahrungsmittelpreise und die Unbeständigkeit auf den Rohstoffmärkten die Ärmsten der Welt bedrohten.

China brauche ein neues Entwicklungsmodell

Optimistischer äußerte sich Zoellick zu China. Das Land sei auf gutem Wege in den nächsten 15 bis 20 Jahren auf das Niveau der Länder mit hohem Einkommen aufzuschließen. Als zweitgrößte Wirtschaftsnation sei China zwar ein Motor für weltweites Wachstum, müsse aber große Herausforderung bewältigen, um auch in den nächsten zwei Jahrzehnten noch schnell zu wachsen.  

China könne sich in Zukunft nicht mehr auf das alte, durch Export und Investitionen getriebene Wachstumsmodell stützen. Wenn ein Land einen mittleren Einkommensstatus erreicht habe, müsse es seine Entwicklungsstrategie ändern. Sonst drohe ihm Konkurrenz sowohl durch Billiglohnländer als auch durch fortschrittlichere Staaten.

Obwohl China inzwischen zur zweitgrößten Volkswirtschaft nach den USA aufgestiegen ist, beträgt das jährliche Pro-Kopf-Einkommen mit gerade mal 4.260 Dollar nicht einmal ein Zehntel des Pro-Kopf-Einkommens in den Vereinigten Staaten, dass nach Weltbank-Daten bei 47.140 Dollar liegt.

Quelle: ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, AFP

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