Schuldenstreit : Für Argentinien wird es eng

Im Schuldenstreit zwischen Argentinien und mehreren US-Hedgefonds läuft die Frist ab. Gibt es keine Einigung, ist das Land zahlungsunfähig.

Argentinien will seine Gläubiger auszahlen - nicht aber die US-Hedgefonds.
Argentinien will seine Gläubiger auszahlen - nicht aber die US-Hedgefonds.Foto: dpa

Kurz vor Ablauf der Frist im Schuldenstreit mit mehreren Hedgefonds hat sich Argentiniens Wirtschaftsminister Axel Kicillof in die Bemühungen um eine Lösung eingeschaltet. Am Dienstag schlug er überraschend in New York vor dem Büro des zuständigen Schlichters auf. Auf Fragen der anwesenden Journalisten reagierte er nicht. Es war das erste Mal seit drei Wochen, dass Kiciloff sich bei dem Schlichter blicken ließ. In der Zwischenzeit waren kaum Fortschritte erzielt worden. Für eine Einigung bleiben Argentinien nur noch wenige Stunden. Verstreicht die bis Mitte der Woche gesetzte Frist ungenutzt, wird das Land wie bereits 2002 als zahlungsunfähig eingestuft.

Die Regierung in Buenos Aires weigert sich bislang, den Hedgefonds die von einem New Yorker Gericht zugesprochenen 1,33 Milliarden Dollar plus Zinsen auszuzahlen. Die in New York klagenden Fonds hatten einen Schuldenschnitt für die in Dollar ausgegeben Anleihen des Landes nicht mitgemacht. Sie kauften die Papiere in den Jahren nach der Staatspleite Argentiniens zu günstigen Kursen auf. Das Land wirft den Hedgefonds vor, Profit aus der Notlage geschlagen zu haben: Ihnen winke nun eine immense Rendite von 1680 Prozent.

Argentinien droht die Zahlungsunfähigkeit

Anders als 2002, als Argentinien nach einer Wirtschaftskrise in die Pleite stürzte und innenpolitische Unruhen ausbrachen, könnte die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas diesmal allerdings bei einem Scheitern der Vermittlungsbemühungen glimpflich davonkommen. Sie ist bereits von den internationalen Kapitalmärkten abgeschnitten. Eine drohende Zahlungsunfähigkeit ist daher kein Schreckgespenst mehr. Allerdings könnte sich die galoppierende Inflation in Argentinien verstärken und der Peso weiter an Wert verlieren. Mit Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten ist jedoch nicht zu rechnen, da das Land durchaus noch liquide ist. rtr


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