Wirtschaft : Schwache Wirtschaft bremst das Wachstum von KPMG

Wirtschaftsprüfer droht Stellenabbau in Deutschland

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Düsseldorf (lü/bef/HB). Die Prüfungsgesellschaft KPMG steht in Deutschland trotz leichten Umsatzzuwachses vor einem größeren Stellenabbau. Ein Firmensprecher bestätigte dem Handelsblatt Spekulationen, dass es rund 300 Entlassungen geben könnte. Konkrete Beschlüsse seien aber noch nicht gefallen. Die Zahl kann aber noch höher ausfallen: Nach Informationen aus dem Unternehmen bewegen sich die Planungen der KPMG zum Stellenabbau zwischen fünf und zehn Prozent. Das wären zwischen 300 und annähernd 700 Arbeitsplätze.

KPMG begründet den geplanten Stellenabbau mit dem „nicht erfolgten Konjunkturaufschwung“. Nach Einschätzung von Experten wird die Lage der Wirtschaftsprüfer generell schwieriger und der Wettbewerb härter. Karlheinz Küting vom Institut für Wirtschaftsprüfung der Universität des Saarlandes rechnet daher auch mit einem Sinken der Honorare. Die Unternehmen würden knapper kalkulieren, weil eine Belebung der Wirtschaft bislang ausgeblieben sei. Dies gelte ebenso für die Ausschreibung von Jahresabschlussprüfungen.

Von einem Umsatzrückgang ist bei KPMG im Rumpfgeschäftsjahr 2002 allerdings noch kaum etwas zu spüren. Von Januar bis Ende September erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 763 Millionen Euro. Dies sind 6,3 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Das ursprünglich angepeilte zweistellige Wachstum wurde jedoch verfehlt. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet KPMG erneut ein Umsatzwachstum im einstelligen Bereich. Das Geschäftsjahr wurde an den Berichtszeitraum der USMuttergesellschaft KPMG International (Anfang Oktober bis Ende September) angepasst.

Vom Umsatz aus dem Rumpfgeschäftsjahr 2002 entfallen etwa zwei Drittel auf das Kerngeschäft Wirtschaftsprüfung sowie rund ein Fünftel auf die Sparte Steuerberatung, deren Umsatz um zwölf Prozent stieg. Der Bereich Financial Advisory Services legte sogar um 18 Prozent auf 105 Millionen Euro zu.

Nicht mehr enthalten sind die Erlöse der Beratungstochter KPMG Consulting AG (KCA), die 2002 für 729 Millionen Euro verkauft wurde. „Durch den Verkauf der KCA haben wir dem Postulat der strikten Trennung von Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung in vollem Umfang Rechnung getragen“, sagte KPMG-Vorstandssprecher Harald Wiedmann. Wiedmann bezeichnete die Umsatzentwicklung als „stabiles Wachstum in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld“.

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