Wirtschaft : Schwacher Dollar beunruhigt die Börsianer

Trotz guter Konjunkturdaten könnte der Dax nachgeben

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Frankfurt (Main) (mm/HB). Trotz guter Konjunkturnachrichten kommen die Kurse an den wichtigsten Aktienbörsen nicht mehr recht vom Fleck. Zwar sorgen die jüngsten Fundamentaldaten zur Weltwirtschaft durchaus für Zuversicht bei den Anlegern, und konjunkturelle Unterstützung kam sowohl aus den USA als auch vom IfoKonjunkturklimaindex. Doch eine ganze Reihe von Risikofaktoren machen den Optimisten erst einmal einen Strich durch die Rechnung.

Als größte Gefahr für die Kurse an den europäischen Börsen sehen die Experten derzeit die Entwicklung am Devisenmarkt. Am Freitag erreichte die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,2015 Dollar den höchsten Stand seit ihrer Einführung. Folge des Rekordhochs des Euro: Die Anleger trennten sich von exportsensiblen Titeln. Denn die Güter exportorientierter Unternehmen verteuern sich nun auf dem Weltmarkt. Analysten und Händler erwarten, dass die Entwicklung an den Devisenmärkten auch in dieser Woche das Geschehen am deutschen Aktienmarkt entscheidend mitprägen wird. Sollte der Euro nachhaltig über die Marke von 1,20 Dollar steigen, drohe der Dax in den kommenden Tagen stärker unter Druck zu geraten. Aktienstrategen wollen dann Kursrückgänge am deutschen Markt bis auf die Stufe von 3600 Dax-Punkten nicht mehr ausschließen.

Von Unternehmensseite erwarten Händler in dieser Woche dagegen keine kräftigen Impulse für die Aktienmärkte in Europa und den USA. Die wichtigsten Unternehmensdaten seien bereits veröffentlicht, heißt es. In Deutschland präsentiert Thyssen-Krupp in der kommenden Woche seine Quartalszahlen und in New York veröffentlicht Intel seinen Ausblick auf das vierte Quartal.

Mehr Spannung als die Unternehmensmeldungen verspricht die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am kommenden Donnerstag. Einige Analysten rechnen mit weiterer Kritik der Währungshüter an der Aufweichung des EU-Stabilitätspaktes. Die Europäische Zentralbank könne damit drohen, früher als geplant, die Zinsen zu erhöhen, meinen einige Analysten. Es gibt allerdings auch Experten, die eher mit einer weiteren Zinssenkung rechnen. So könnte nach Meinung der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs ein weiterer Anstieg des Eurokurses die Zentralbanker zu einer Reduzierung der Leitsätze bewegen.

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