Wirtschaft : Schwacher Geschäftsausblick: Cisco enttäuscht die Technologiebranche

Enttäuschende Quartalszahlen und ein schwacher Geschäftsausblick des US-Netzwerkherstellers Cisco Systems haben am Mittwoch die Börsen belastet. Vor allem Technologieaktien verzeichneten starke Kursverluste. Nervosität macht sich am Abend an der US-Technologiebörse breit, die mit Verlusten den Handel eröffnete. Der Nasdaq-Index verlor innerhalb der ersten Handelsstunde 2,31 Prozent auf 2602 Zähler. Der Standardwerte-Index Dow Jones tendierte unterdessen nahezu unverändert um 0,03 Prozent im Plus bei 10 960 Punkten.

Cisco hatte seine mit Spannung erwarteten Zahlen am Dienstagabend nach Börsenschluss veröffentlicht. Auch der Dax verlor am Mittwoch. Gedrückt von fallenden High-Tech-Werten verlor der Index bis zum Abend 1,2 Prozent auf 6611 Zähler. Am Neuen Markt rutschte der Nemax-50 um 2,9 Prozent auf 2564 Punkte. "Es ist nicht viel los an der deutschen Börse", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Die Investoren hielten sich mit Käufen zurück.

In Frankfurt verlor die Cisco-Aktie gut zwölf Prozent. Die Aktien des Cisco-Partners und Systemanbieters für optische Netz Adva Optical Networking gehörten am Neuen Markt zu den schwächsten Werten. Der Kurs fiel zuletzt um zwölf Prozent. Pandatel, die ebenfalls in diesem Sektor tätig sind, verloren sieben Prozent. Der weltgrößte Netzwerkhersteller hatte mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten zum ersten Mal seit rund sechs Jahren verfehlt und zudem vor schwächeren Geschäften in den kommenden Monaten gewarnt. Die Zahlen von Cisco waren an den Börsen mit großer Spannung erwartet worden, da man sich von ihnen dort Aufschluss über die weitere Entwicklung der gesamten Technologiebranche erhoffte. Der Gewinn vor Sonderaufwendungen stieg zwar um 48 Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar oder 18 Cents je Aktie, lag damit aber um einen Cent je Aktie unter den Prognosen. Bereits Ende Januar hatte der Netzwerkhersteller mitgeteilt, das Quartal sei schwieriger als erwartet. Für das laufende Quartal sagte Cisco nunmehr einen um fünf Prozent geringeren Umsatz voraus. Die Entwicklung führte Cisco auf gesunkene Investitionen von Großkunden im Telekomsektor zurück.

Analysten von Hornblower Fischer zeigten sich von der Cisco-Bilanz enttäuscht. "Ein Cent weniger Gewinn je Aktie ist zwar nicht viel, aber ein Unternehmen in der Größenordnung von Cisco sollte es durch kreatives Account-Management sowie durch eine Reihe von Aufträgen zu Discount-Preisen schaffen, die Gewinnerwartungen auch zu erfüllen", sagte Carsten Jansing von Hornblower Fischer am Mittwoch.

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