Wirtschaft : Schwacher Konsum, teure Rohstoffe

Beiersdorf und Heidelberger Druck leiden – Adidas profitiert von der Fußball-EM

224610_0_03c959de

Berlin/München - Gemischte Quartalsbilanz deutscher Unternehmen: Der schwache Konsum und die Rekordpreise für Rohstoffe haben dem Kosmetikhersteller Beiersdorf und dem Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck im vergangenen Quartal teils schwer zu schaffen gemacht. Der Sportartikelhersteller Adidas profitierte hingegen von sportlichen Sonderbedingungen.

ADIDAS

So brachte die jüngste Fußball-Europameisterschaft Adidas ein glänzendes zweites Quartal. Der Gewinn des Konzerns stieg von April bis Juni um zwölf Prozent auf 116 Millionen Euro. Auch der Umsatz kletterte – um fünf Prozent auf 2,52 Milliarden Euro. „Weltklasse“, kommentierte Adidas-Chef Herbert Hainer angesichts der globalen Konjunkturabkühlung. Nun fiebert der Konzern den Olympischen Spielen in China entgegen, die weitere Schübe bringen sollen. Probleme sieht Adidas dagegen im US-Markt, wo vor allem die US-Tochter Reebok einen schweren Stand hat. So schrumpften zum Halbjahr bei Reebok die Auftragseingänge vor allem wegen des US- Geschäfts um gut ein Fünftel. Bei der Marke Adidas legten sie dagegen um ein Prozent zu. Dennoch bekräftigt Adidas seine Finanzziele für 2008. Demnach soll der Konzerngewinn um mindestens 15 Prozent auf dann mehr als 630 Millionen Euro zulegen. Die Adidas-Aktie stieg am Dienstag um fast acht Prozent.

BEIERSDORF

Schwieriger ist die Lage bei Beiersdorf. Der Hersteller bekannter Marken wie Nivea, Tesa oder Hansaplast spürt nach eigenen Angaben eine Abschwächung der Märkte. Dennoch konnte Beiersdorf seinen Umsatz im ersten Halbjahr auf 3,09 Milliarden Euro steigern, was bereinigt um Wechselkursschwankungen und Zukäufe einem Plus von 8,3 Prozent entspricht. Das Unternehmen habe von neuen Strategien im Einkauf profitiert, sagte Vorstandschef Thomas-Bernd Quaas. Der Gewinn legte auf 292 (Vorjahr: 206) Millionen Euro zu. Branchenkenner hatten mehr erwartet. Die Aktie des vom Tchibo-Mutterkonzern Maxingvest kontrollierten Unternehmens sank am Dienstag um vier Prozent. Quaas kündigte Preiserhöhungen für 2009 an: „Beiersdorf kann sich von den steigenden Preisen im weltweiten Rohstoffmarkt nicht abkoppeln und wird im nächsten Jahr seine Verkaufspreise dieser Entwicklung anpassen.“

HEIDELBERGER DRUCK

Der Weltmarktführer für Druckmaschinen, Heidelberger Druck, hat unterdessen Verluste einstecken müssen. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2008/09 fiel ein Minus von 39 Millionen Euro an. Vor Jahresfrist war noch ein Gewinn in Höhe von acht Millionen Euro erwirtschaftet worden. Viele Druckereien in den USA sowie in Osteuropa und Lateinamerika hielten sich mit Aufträgen für neue Maschinen wegen der weltweit eingetrübten Konjunkturaussichten zurück. Auch die hohen Rohstoffkosten setzen Heidelberger Druck zu. Der Umsatz sank daher in den Monaten April bis Juni um 11,5 Prozent auf 657 Millionen Euro. Hoffnung machen dem Unternehmen aber neue Auftragseingänge von der Branchenmesse Drupa, die jüngst in Düsseldorf stattgefunden hat. Auch ein kürzlich beschlossenes Sparprogramm soll helfen. Die Börse belohnte die Aussichten: Im M-Dax stiegen die Papiere um mehr als zwei Prozent. tmh/ysh

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben