Schwaches Bild: : Deutsche Industrie produziert weniger

Die deutsche Industrie präsentiert sich im März schwächer als von vielen Experten erwartet. Produktion und Auftragseingang sinken. Ökonomen warnen aber davor, die Zahlen überzubewerten.

In Deutschland wurden weniger Vorleistungs- und Investitionsgüter produziert.
In Deutschland wurden weniger Vorleistungs- und Investitionsgüter produziert.Foto: dpa

Die deutsche Industrie hat im März an Tempo verloren. Dies zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamts. So erhielten die Unternehmen nicht nur weniger Aufträge, auch die Produktion war rückläufig. Bankvolkswirte gaben dennoch Entwarnung. Sie werteten den schwache Monat als „Ausrutscher“. Auch Finanzinvestoren behielten einen kühlen Kopf, der Euro geriet am Donnerstagvormittag nur kurzzeitig unter Druck.

Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, stellte das verarbeitende Gewerbe im März 0,5 Prozent weniger her als im Februar. Es war der erste Rückgang seit Oktober 2013. Bankvolkswirte hatten dagegen mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Der Zuwachs vom Februar wurde von zunächst 0,4 Prozent auf 0,6 Prozent nach oben korrigiert.

Mehr Konsum- und weniger Investitionsgüter

Innerhalb der Industrie wurde lediglich die Herstellung von Konsumgütern ausgeweitet. Dem Zuwachs um 0,5 Prozent stand ein Rückgang bei Vorleistungsgütern und Investitionsgütern gegenüber. Auch die Aktivität im Baugewerbe schwächte sich ab.

Volkswirte der NordLB sprachen von einem „holprigen Quartalsausklang“, der aber nicht dramatisiert werden sollte. Andere Ökonomen kommentierten ähnlich. Sie verwiesen auf den spürbaren Produktionsanstieg über das gesamte erste Quartal hinweg, der laut Wirtschaftsministerium bei 1,2 Prozent lag. Allerdings dürften die Zahlen ein Vorbote für ein schwächeres gesamtwirtschaftliches Wachstum im zweiten Quartal sein, hieß es von der Commerzbank.

Aufträge brechen im März ein

In die gleiche Richtung weisen Auftragsdaten vom Mittwoch: Demnach waren die Neuaufträge im März mit 2,8 Prozent so stark eingebrochen wie seit knapp eineinhalb Jahren nicht mehr. Dafür waren jedoch vor allem stark schwankende Großaufträge verantwortlich. Einige Analysten nannten darüber hinaus die politische Unsicherheit wegen der Krise in der Ostukraine als Grund für die Abschwächung. dpa

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