Wirtschaft : Schwarz, rund, spritsparend

Neue Reifen senken den Benzinverbrauch / EU-Label informiert Käufer.

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Ein Tritt dagegen, um zu sehen, ob noch Luft drin ist – Joachim Neubauer hätte gerne, dass die Konsumenten künftig ein wenig mehr Interesse für Reifen zeigen. Aus dem Munde eines Bereichsleiters der Michelin Reifenwerke klingt dies nicht überraschend. Doch für die Verbraucher könnte es sich tatsächlich lohnen, genau hinzusehen, auf welchem Untersatz ihr Auto unterwegs ist.

Laut Christoph Kalla vom Chemiekonzern Lanxess machen Reifen 20 bis 30 Prozent des Energieverbrauchs von Fahrzeugen aus. „Mit Reifen, die den EU-Vorgaben entsprechen, lassen sich fünf bis sieben Prozent Benzin einsparen“, sagte Horst Wildemann von der TU München am Dienstag auf dem eMobility Summit. Auch für E-Autos sind die hochentwickelten Reifen sinnvoll, denn sie verlängern deren Reichweite. Allerdings sind sie auch teurer als herkömmliche Modelle. Kalla begründete das mit der anspruchsvolleren Herstellung. Die Kosten bekomme der Kunde beim Tanken zurück.

Damit die Verbraucher mehr Durchblick haben, schreibt die EU ab November 2012 ein Label für Reifen vor mit einer Skala von A bis G – ähnlich wie bei Kühlschränken. Es bewertet den Rollwiderstand, der den Kraftstoffverbrauch beeinflusst, die Nasshaftung und die Geräuschentwicklung. Auf dem Summit wurde die Einführung des Labels begrüßt. Es sei ein Innovationsmotor, sagte Kalla. „Seit es bekannt ist, sind die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bei Lanxess sprunghaft angestiegen.“

Mit dem Label würden die Effizienzbemühungen dokumentierbar, sagte Dorothee Saar von der Deutschen Umwelthilfe. Allerdings müsste das Label vom Verbraucher auch verstanden und die Herstellerangaben darauf überprüft werden. Zudem seien Reifen „nur ein Baustein von vielen, um den CO2-Verbrauch zu optimieren“. Thomas Kroher vom ADAC kritisierte, dass das Label zu wenig Informationen enthalte. Zentrale Faktoren wie der Verschleiß blieben unberücksichtigt. Anika Kreller

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