Wirtschaft : Schwarzarbeit

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Unter dem Begriff Schwarzarbeit werden alle Tätigkeiten zusammengefasst, die ohne Anmeldung beim Finanzamt und den Sozialversicherungen erbracht werden. Dadurch werden die sonst anfallenden Steuern und Abgaben umgangen. Organisierte Schwarzarbeit, die beispielsweise in der Bauwirtschaft zu finden ist - dort macht am Fiskus vorbei geleistete Arbeit schätzungsweise 45 Prozent der gesamten Wertschöpfung aus - ist eine systematische Bereicherung auf Kosten der Steuer- und Abgabenzahler. Grafik: Schattenwirtschaft Häufig wird Schwarzarbeit mit Schattenwirtschaft gleichgesetzt. Das ist aber nicht richtig. Denn zur Schattenwirtschaft gehören neben der Schwarzarbeit auch sehr positiv zu bewertende Tätigkeiten wie ehrenamtliche Arbeit, Nachbarschaftshilfe und Hausarbeit. Da Schwarzarbeit verständlicherweise meistens geheim gehalten wird, ist es schwierig, sie zu messen. Der österreichische Wissenschaftler Friedrich Schneider hat darum eine Methode entwickelt, um indirekt auf ihr Ausmaß zu schließen: Er betrachtet dazu die Nachfrage nach Bargeld. Hintergedanke ist, dass schwarz erbrachte Arbeiten in den meisten Fällen bar bezahlt werden. Schneider hat so eine internationale Rangliste ermittelt, in der Deutschland mit einem Anteil der Schattenwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 16 Prozent im Jahr 2000 auf einem höheren Mittelfeldplatz liegt. Spitzenreiter in Europa sind Griechenland mit 28,7 und Italien mit 27,1 Prozent. Die geringsten Probleme mit Schwarzarbeit haben die USA und die Schweiz. In den vergangenen Jahren ist die Schattenwirtschaft hierzulande immer stärker gewachsen. Nach Meinung vieler Experten lässt sich das Ausmaß der Schwarzarbeit nur durch die Senkung der Abgaben auf Arbeit reduzieren.

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