Wirtschaft : Schwarze Pumpe verhagelt Bilanz der Wasserbetriebe Verwertungszentrum in der Lausitz steht vor dem Aus

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Berlin (mo/dpa). Das hoch defizitäre Müllverwertungszentrum Schwarze Pumpe (SVZ), eine Beteiligung der Berliner Wasserbetriebe (BWB), steht offenbar vor dem Aus. Nach Informationen des Tagesspiegel gibt es kaum noch Chancen, den Betrieb am Leben zu erhalten. Zwar ist das Unternehmen mit drei potenziellen Investoren im Gespräch. Doch gilt eine Insolvenz in Insiderkreisen als billigste Lösung. Denn die möglichen Investoren sind bislang nur zu einer Übernahme des SVZ bereit, wenn sie umfangreiche Finanzhilfen erhalten. Von einer Insolvenz wären 1500 Beschäftigte, vor allem in der Lausitz, betroffen.

Bisher haben sich auch die Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen noch auf keine gemeinsame Linie verständigen können. Eine einvernehmliche Lösung ist notwendig, weil sich die Anlage überwiegend auf sächsischem Gebiet befindet und die unternehmerische Verantwortung in Berlin liegt. BWB-Vorstandschef, Jörg Simon, sagte am Montag, eine Entscheidung über das weitere Vorgehen werde in Kürze fallen. Bis Ende Juni würden verschiedene Szenarien geprüft, auch eine Liquidation. Die Hausbank HSBC soll dem Unternehmen einen Millionenkredit per Ende Juni fällig gestellt haben.

Interesse an SVZ soll auch der Energiekonzern RWE haben, der neben der Vivendi-Gruppe bereits an den BWB beteiligt ist. Simon nannte die Gesamtsituation beim SVZ kritisch. Die Anlage sei auch 2003 und 2004 auf Zuschüsse angewiesen. 2001 verhagelte das SVZ, dessen Liquidität die BWB vertraglich sichern müssen, die Bilanz der BWB.

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