Wirtschaft : Schwarze Zahlen beim Staat Kieler Institut: Überschuss im Halbjahr

Düsseldorf - Deutschland hat im ersten Halbjahr vermutlich schwarze Zahlen geschrieben. Dies zeigen Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) für das „Handelsblatt“. „Wir rechnen mit einem Überschuss des Gesamtstaats von rund einer Milliarde Euro in den ersten sechs Monaten“, sagte IfW-Finanzexperte Alfred Boss. Dies entspricht 0,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Am Donnerstag wird das Statistische Bundesamt seine Schätzung des Finanzierungssaldos für das erste Halbjahr veröffentlichen. Im Vorjahreszeitraum hatten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen noch mit 23 Milliarden Euro in der Kreide gesteckt; 2005 hatte das Minus sogar 40,5 Milliarden Euro betragen.

Nach dem guten ersten Halbjahr wird es nun immer wahrscheinlicher, dass auch am Jahresende der Staat einen leichten Überschuss erreichen wird. „Wir erwarten ein Plus von zwei bis drei Milliarden Euro“, sagte Boss. Das wäre der erste Überschuss seit 1989. Deutschland hätte damit nur zwei Jahre, nachdem es die Defizitgrenze des Maastricht-Vertrages von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes verletzt hat, den Weg aus der Schuldenfalle geschafft. Grund für den rasanten Defizitabbau ist laut der Kieler Ökonomen der Boom bei den Steuereinnahmen.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) ist da zurückhaltender. Er rechnet für das Gesamtjahr 2007 mit einer Defizitquote von rund 0,5 Prozent. asr (HB)

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