Wirtschaft : Schwarze Zahlen zur Jahrtausendwende

Messe Berlin 1997 mit weniger Ausstellern und Besuchern / Gewinnrücklagen aufgezehrt

BERLIN (alf).Vorleistungen für den Ausbau des Messegeländes, Konjunktureinflüsse sowie sinkende Zuschüsse vom Land Berlin haben im ablaufenden Jahr das Geschäft der Messe Berlin GmbH beeinträchtigt.Messe-Chef Manfred Busche kündigte am Donnerstag abend auf der Jahrespressekonferenz einen Verlust für 1997 von knapp neun Mill.DM an, der Umsatz falle voraussichtlich von 191 Mill.DM im Vorjahr auf etwa 180 Mill.DM.Der Verlust werde ebenso wie im Vorjahr (8,7 Mill.DM) aus den Gewinnrücklagen ausgeglichen, die damit aufgezehrt seien."Für ein oder zwei Jahre kommen wir in die Situation eines Verlustvortrags", so Busche.Er erwarte für 1999 "eine schwarze Null" und im Jahr 2000 wieder einen Überschuß.Den aktuellen Jahresverlust erklärte Busche unter anderem mit den höheren Eigenleistungen der Messe respektive den reduzierten Zuschüssen des Landes.Von den in 1997 anfallenden 20 Mill.DM an Wartungs- und Instandhaltungskosten für das Gelände unterm Funkturm seien 8,9 Mill.DM "neu vom Land übernommen worden".Ohne diese Aufwendungen hätte die Messe also ausgeglichen abgeschlossen.Ferner zahle die Gesellschaft fünf Mill.DM Pacht sowie - trotz des Verlustes - eine Dividende von 1,6 Mill.DM an den Eigentümer, eben das Land Berlin. Im Jahr 1997 präsentierten 12 494 Aussteller bei den 14 Eigenveranstaltungen der Messe ihre Produkte und Dienstleistungen; im Jahr zuvor gab es noch 17 Eigenveranstaltungen mit 12 739 Ausstellern.Die Zahl der Besucher sank im Jahresvergleich von 1,436 Millionen auf 1,191 Millionen, davon waren gut 425 000 (Vorjahr 524 000) Fachbesucher.Den signifikanten Rückgang bei den Fachbesuchern erklärt Busche mit der Konjunktur: Auch die Unternehmen müßten sparen und schickten deshalb nicht mehr so viele Mitarbeiter auf Messen.Die Funkausstellung besuchten 425 000 Personen, gut 70 000 weniger als vor zwei Jahren. Im Bereich Kongresse gab es 1997 mit 627 Tagungen und Konferenzen so viele Veranstaltungen wie noch nie in der 18jährigen Geschichte des ICC.Im Schnitt fanden jeden Tag zwei Veranstaltungen mit insgesamt 1170 Teilnehmern statt.Für 1998 bis 2004 seien bereits "111 Top-Events mit jeweils mindestens 2000 Teilnehmern fest gebucht".Obgleich er viel Verständnis für die Haushaltsnöte des Landes habe, regte Busche an, "über eine gezielte Kongreßförderung nachzudenken", wie sie in anderen Städten gewährt werde.Im kommenden Jahr gibt es im ICC unter anderem einen Kongreß für Nuklearmedizin und Biologie mit über 4000 Wissenschaftlern, ein Treffen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie mit 5000 Medizinern sowie mehr als 60 Firmenmeetings mit gut 50 000 Teilnehmern.Busche stellte die Bedeutung der Messe für den Wirtschaftsraum heraus.Nach der Erweiterung der Ausstellungskapazität auf 160 000 Quadratmeter, die zur Funkausstellung 1999 zur Verfügung stehen, bewirkten Messen und Kongresse einen jährlichen Kaufkraftzufluß von 1,3 Mrd.DM.Von 1999 an sichere die Messe mehr als 18 000 Arbeitsplätze in der Region.

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