Schwarzenegger : "Hier ist die Action"

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger besucht mit Bundeskanzlerin Merkel die Cebit – und will wiederkommen.

Corinna Visser

Hannover - „This is where the action is“, sagt Arnold Schwarzenegger und erinnert sich an alte Zeiten. Er fühle sich wie beim Filmfestival in Cannes. Der Gouverneur von Kalifornien lächelt den Kameraleuten und Fotografen zu, die sich vor ihm und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drängen. Aber hier ist nicht Cannes, sondern Hannover. Und es geht nicht um Hollywood, sondern um Hightech. Von der erwartet Schwarzenegger aber viel: „Technologie kann uns alle retten“, sagt der gebürtige Österreicher, der inzwischen besser Englisch als Deutsch spricht. Technologie sei wichtig, um Energie zu sparen und den Treibhauseffekt zu bekämpfen, erklärt Schwarzenegger. Dieser Kampf liegt ihm sehr am Herzen.

Kalifornien ist in diesem Jahr Partnerland der Cebit. Deswegen begleitet der Gouverneur Angela Merkel, die er „Chancellor Mörkl“ nennt, bei ihrem traditionellen Rundgang am Eröffnungstag der Computermesse Cebit. Und, typisch amerikanisch, macht Schwarzenegger die Cebit gleich ein bisschen größer als sie in diesem Jahr tatsächlich ist. Er spricht gleich mehrmals von rund 5000 Ausstellern aus mehr als hundert Ländern. Dabei sind es nur 4300 aus 69 Ländern.

Auch Merkel erwartet Action von der Hightech-Industrie, sie soll einen wesentlichen Beitrag leisten, dass Deutschland vorankommt. „Ich bin gespannt auf die Neuigkeiten“, sagt sie. Die Besucher in den Hallen sind neugierig auf Schwarzenegger. Der ist im Tross von Ministern und Regierungsbeamten kaum auszumachen. „Das ist wie bei Tom Cruise“, sagt der Mitarbeiter einer Computerfirma. „Da meint auch jeder, er sei größer.“ „Aber breit ist er“, meint ein Kollege. Überall wo Schwarzenegger und Merkel auftreten, recken die Menschen die Hälse. „Der sieht aber geliftet aus“, raunt eine Frau. Kamerahandys werden in die Höhe gehalten, um ein Foto des „Terminators“ zu ergattern. Merkel nimmt es gelassen, dass sie hier nicht die Hauptdarstellerin ist. Das Kalkül der Veranstalter geht auf. Arnold Schwarzenegger bringe Glanz und Blitzlichtgewitter auf die Messe, sagt Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).

Die Aussteller haben sich auf die Interessen des Gouverneurs eingestellt: Bei der Software AG zeigt der Vorstandschef wie man Prozesse besser steuern kann, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu beschränken. Schwarzenegger wiederholt erfreut: „Technology can save us all.“ SAP führt ein Katastrophenmanagementsystem vor, mit dem sich die Brandbekämpfung in Kalifornien verbessern ließe. Die Berliner Firma IQ-Wireless zeigt ein satellitengestütztes System zur Früherkennung von Waldbränden. Merkel und Schwarzenegger hören überall aufmerksam zu. Die Aussteller zeigen sich immer wieder erfreut über Merkels technisches Verständnis und Interesse.

Bei Vodafone kommt eines der derzeit wichtigsten Themen der Bundeskanzlerin zur Sprache: die Versorgung Deutschlands mit schnellen Internetanschlüssen an jedem Ort. Und hier gibt es dann für die Fotografen das typische Cebit-Bild vergangener Jahre: Merkel und Schwarzenegger halten abwechselnd ein neues Handy lächelnd in die Kameras.

Zum Schluss mischt sich der Gouverneur noch in die inneren Angelegenheiten Deutschlands ein und wünscht Merkel viel Erfolg bei der Wahl. Immer wieder sagt er, wie gerne er in Deutschland ist und enttäuscht seine Fans nicht: „I’ll be back“, verspricht er mehrmals. Er könne gern jedes Jahr kommen, sagt die Bundeskanzlerin.

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