Wirtschaft : Schwarzer Punkt für Umweltsünder denkbar

Umweltsenator Strieder für Erweiterung des Dualen Systems

Berlin (mot).In der Abfallwirtschaft sollte nach Auffassung von Umweltsenator Peter Strieder neben dem Grünen Punkt ein "Schwarzer Punkt" für jene Produkte verliehen werden, deren Hersteller sich nicht am Dualen System Deutschland (DSD) beteiligen.Anläßlich einer Besichtigung des Berliner Werks des Verpackungsherstellers Tetra Pak regte Strieder am Montag an, die Lizenzgebühr für den "Schwarzen Punkt" müsse höher sein als die für den Grünen Punkt, um den Unternehmen einen wirtschaftlichen Anreiz für die Teilnahme am DSD zu geben.Der Vorschlag sei auf der letzten Umweltminister-Konferenz diskutiert worden und werde auch beim bevorstehenden Treffen der Länder-Umweltminister mit Bundesumweltministerin Angela Merkel am 9.Juli wieder auf die Tagesordnung gebracht, sagte Strieder.SPD und Grüne könnten sich im Rahmen der novellierten Verpackungsverordnung auf eine entsprechende Systemerweiterung verständigen, Probleme werde es aber voraussichtlich im Bund und in der Europäischen Union geben. Gründsätzlich plädiere er für eine marktkonforme Steuerung der Abfallbeseitigung unter Federführung des Grünen Punkts sowie für freiwillige Vereinbarungen zwischen Umweltpolitik und Industrie, unterstrich Strieder und verwies auf die jüngst mit der Berliner Chemie-Branche geschlossen Umweltallianz.Funktioniere der Grüne Punkt, seien Quoten nicht mehr nötig.Gleichwohl sei nicht ausgeschlossen, daß es mittelfristig ein Pfand auf Dosen und eine Verpackungssteuer geben werde."Diese Drohung muß in den Verhandlungen mit der Industrie aufrechterhalten bleiben", sagte Strieder.Er appellierte an die Berliner Betriebe, die Erfassungs- und Sortierquoten sowie die Mehrweganteile bei den Verpaêkungen zu erhöhen.Würden entsprechende Angebote gemacht, sei der Senat zu Umweltallianzen bereit.Mit einer Mehrwegquote von 46 Prozent liege Berlin noch um 15 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Klaus von Schmeling, Direktor in der Hochheimer Tetra-Pak-Zentrale, verwies auf die mit durchschnittlich 64 Prozent hohe Recyclingquote der Tetra-Pak-Produktion.Von den 1300 deutschen Tetra Pak-Mitarbeitern in Deutschland sind derzeit 306 in Berlin beschäftigt.In Deutschland produziert das Unternehmen, das bei der Verpaêkung von H-Milch Marktführer ist und einen Umsatz von 1,3 Mrd.DM erwirtschaftet, pro Jahr 7,3 Mrd.Verpackungen.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben