Wirtschaft : Schwebendes Verfahren

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Von Dieter Fockenbrock

Nun ist sie wieder da, die Idee von der grenzüberschreitenden Schwebebahn. Von der HighTech-Verbindung zwischen den europäischen Ballungszentren Amsterdam und Berlin, die – man denke nur an die Osterweiterung der EU – sogar bis Warschau verlängert werden könnte. Ein Projekt, dass die Herzen aller Planer höher schlagen lässt. Denn hier geht es um Milliarden, hier geht es um echte Dimensionen. Größenordnungen, die nur einem Verkehrsmittel angemessen erscheinen – dem Transrapid.

Kaum hatte die rot-grüne Regierungskoalition in Nordrhein-Westfalen ihre Spar-Variante namens Metrorapid gekippt, melden sich die Protagonisten längst verbannter Projekte zu Wort. Wenn die Magnetbahn schon nicht im bevölkerungsreichsten Bundesland schweben darf, dann sollten die schon fest eingeplanten Subventionsmilliarden doch wenigstens an anderer Stelle verjubelt werden, meinen die Herren Ministerpräsidenten in Hessen und Niedersachsen. Und kramen altbekannte Vorschläge aus der Schublade.

Das geht nun schon seit Jahren so. Wird ein Plan verworfen, weil die ganze Veranstaltung zu einem Fass ohne Boden für den Staat zu werden droht, kommt das nächste Projekt auf den Tisch. Und das rechnet sich zumeist noch schlechter als seine Vorgänger. Selbst der – aus politischen Gründen gekippte – Metrorapid war auf Kante genäht. Und in München, der einzigen derzeit real geplanten Strecke, sieht es nicht viel besser aus. Zum Glück wird kurz vor dem ersten Spatenstich noch einmal scharf nachgerechnet – bislang jedenfalls. Besser wäre es allerdings, erst scharf zu kalkulieren und dann laut zu denken – das könnte Millionen an Planungskosten sparen.

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