Wirtschaft : Schwein gehabt

Bauern freuen sich über steigende Preise und das große Interesse der Verbraucher an der Grünen Woche

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Berlin - Trotz des Dioxin-Skandals haben die Verbraucher nach Ansicht des Deutschen Bauernverbands großes Vertrauen in die Landwirtschaft. „Wir wollten Vertrauen zurückgewinnen, und das ist ganz gut gelungen“, sagte Generalsekretär Helmut Born am Freitag in Berlin. Bundesagrarministerin Ilse Aigner kündigte an, erste Teile ihres Dioxin-Aktionsplans bereits in der kommenden Woche auf den Weg bringen zu wollen.

Der jüngste Skandal um gepanschte Futtermittel hat das Interesse an der Grünen Woche, die am Sonntag zu Ende geht, nicht getrübt, betonte Born. Am Freitag wurde auf der weltgrößten Agrarmesse der 300 000. Besucher gezählt. Im vergangenen Jahr hatten 400 000 Menschen die Hallen am Funkturm besucht.

Erleichtert reagiert der Bauernverband auch auf die Erholung der Schweinepreise. Nach dem Fund des krebserregenden Dioxins war der Kilopreis um ein Viertel eingebrochen. Am Montag hatten die EU-Agrarminister beschlossen, Schweinefleisch einzulagern, um den Preis zu stützen. Nach Angaben Borns ziehen die Preise aber bereits jetzt wieder an. Er gehe davon aus, dass der Preis von vor Weihnachten „sehr schnell“ wieder erreicht werden könne, sagte Born. Auch Eier würden wieder teurer.

Als Konsequenz aus dem Dioxin-Skandal will Bundesagrarministerin Aigner die Kontrollen von Lebens- und Futtermitteln verschärfen. Künftig sollen auch private Labore die Behörden informieren, wenn Grenzwerte bei Schadstoffen überschritten sind. Eine entsprechende Novelle des Lebens- und Futtermittelgesetzbuchs soll am Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden. EU-Verbraucherkommissar John Dalli habe eine entsprechende Regelung auch auf europäischer Ebene angekündigt, betonte die Ministerin. Zudem sieht die Novelle auch ein Frühwarnsystem für Problemstoffe vor. Lebensmittel- und Futtermittelunternehmer sollen verpflichtet werden, alle Ergebnisse ihrer Eigenkontrollen hinsichtlich Dioxinen und anderen Stoffen wie Furan oder Biphenyl an die zuständigen Behörden zu melden. Heike Jahberg

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