Wirtschaft : Schweiz: Mehr Lohn

Jan Dirk Herbermann

Genf - Die deutschen Ärzte und Pfleger kommen – und sie sind willkommen. Im Jahr 2006 siedelten sich fast 25 000 Bürger der Bundesrepublik in der Schweiz an, die meisten sind gut ausgebildete Fachkräfte. Darunter befinden sich viele Mediziner, Pfleger und andere Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich. Nach Schätzungen des Schweizer Spitalverbandes H+ haben ein Drittel aller Mitarbeiter in Helvetiens Krankenhäusern keinen Schweizer Pass, die große Mehrheit dieser Ausländer sind Deutsche. „Viele Spitäler könnten ohne Deutsche ihren Betrieb nicht aufrechterhalten“, bestätigt Bernhard Wegmüller, Geschäftsführer von H+. Auch haben sehr viele Deutsche zwischen Bodensee und Genfersee eigene Praxen eröffnet.

Die Ärzte und Schwestern aus der Bundesrepublik können bei den Eidgenossen mehr brutto verdienen als in der Heimat. Und wegen der geringen Schweizer Abgabenquote bleibt netto teilweise bis zu 50 Prozent mehr in der Lohntüte. Nur: Auch in der Schweiz muss man hart arbeiten. „Ich bin nicht der Meinung, dass in Schweizer Krankenhäusern weniger Stress herrscht als in deutschen Krankenhäusern“, betont Reinhard Voegle, Sprecher des Spitalverbandes. Und: Die Migranten aus dem „großen Kanton“ sollten akzeptieren, dass die Schweiz kein „kleines Deutschland“ ist. „Die Schweiz ist ein eigenständiges Land mit einer eigenen Kultur“, sagt Benjamin Sommer, Hamburger Apotheker, der seit vier Jahren in Solothurn arbeitet. „Dieser Kultur müssen wir uns anpassen, wenn wir hier herkommen.“

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