Wirtschaft : Schweizer misstrauen der EU Bankgeheimnis soll bleiben

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Genf (jdh/HB). In der Schweiz atmen Bankiers und Politiker durch: Mit der Einigung der EUFinanzminister ist das Bankgeheimnis der Eidgenossen gerettet. „Damit ist die Hauptforderung der Schweizer Banken erfüllt“, sagte Urs Roth, der Geschäftsführer der Schweizerischen Bankiervereinigung, dem Handelsblatt. Die von der Schweiz angebotene Quellensteuer sei eine gute Alternative zum Informationsaustausch. Die EU-Kommission habe das jetzt anerkannt. Ursprünglich hatte die EU den Informationsaustausch gefordert – und zwar automatisch. Dadurch wäre aber über ausländische Bankkunden de facto das Schweizer Bankgeheimnis ausgehebelt worden. Zufrieden mit der jetzt gefundenen Lösung reagierte auch der Schweizer Finanzminister, Kaspar Villiger. Die Rechtsordnung des Landes bleibe gewahrt und der vorgesehene „Steuerrückbehalt ist ein effizientes Instrument.“

Allerdings scheinen die vorsichtigen Eidgenossen dem Brüsseler Kompromiss noch nicht ganz zu trauen. So richten Finanzmanager und Volksvertreter einen sorgenvollem Blick zur Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) in Paris. Dort versuchen einige EU-Staaten, auch weiterhin Stimmung gegen das Schweizer Bankgeheimnis zu machen. „Wir verlangen natürlich entschieden von der EU, dass sie jetzt nicht doch noch mit einer Forderung durch die Hintertür kommt“, sagt Roth. „Das erzielte Übereinkommen muss seine Gültigkeit behalten.“

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