Wirtschaft : Schwere Kost

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Der Kauf des amerikanischen Unternehmens Sky Chefs durch die Lufthansa Service GmbH (LSG) hat sich als teure Fehlinvestition erwiesen. Kurz vor den Terroranschlägen im September 2001 hatte LSG Sky Chefs, an dem Lufthansa bereits seit dem Jahr 1993 beteiligt war, für rund eine Milliarde Dollar komplett übernommen.

Schnell verlor das gemeinsame Unternehmen seinen Wert: Bereits für 2001 mussten Abschreibungen von fast 500 Millionen Euro vorgenommen werden, im vergangen Jahr kamen noch einmal 150 Millionen Euro dazu – und jetzt sollen auf LSG Sky Chefs 700 Millionen abgeschrieben werden. Vor allem in den USA läuft das CateringGeschäft schlecht, denn dort ist die Krise in der Luftfahrt seit dem 11. September 2001 noch größer als in Europa. Die US-Luftfahrtgesellschaften bestellen auf Kurzstrecken oft kein Essen mehr.

Die Lufthansa ist nun dabei, die Tochter zu sanieren: Mittlerweile wurden bei dem weltgrößten Caterer rund 8000 Arbeitsplätze gestrichen, davon 6000 in den USA. Derzeit beschäftigt Sky Chefs noch 32000 Mitarbeiter, davon 7000 in Deutschland. Weitere Sparmaßnahmen im Volumen von 150 Millionen Euro stehen bereits fest. In Deutschland werden bei der LSG weitere 1000 Stellen gestrichen.

Trotz der hohen Verluste ist der Verkauf von LSG nach Angaben von Lufthansa-Sprecherin Ritz derzeit „kein Thema“. Seit einiger Zeit trennt sich Lufthansa allerdings von Beteiligungen. „Auf Dauer“, lautet die Devise von Finanzchef Karl-Ludwig Kley, werde Lufthansa nur Geschäfte betreiben, „die Werte schaffen“. Vor kurzem hatte Lufthansa ihren Anteil am Buchungssystem Amadeus verkauft und dafür einen Buchgewinn von 290 Millionen Euro eingestrichen. ro/fw

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