Wirtschaft : Schwierige Tarifverhandlungen bei der Bahn

FRANKFURT (MAIN) (Tsp).Bei der Deutschen Bahn AG deutet sich eine schwierige Tarifrunde an.Die erste Runde der Tarifverhandlungen wurde am Montag in Frankfurt am Main ergebnislos auf den 28.April vertagt.Die Arbeitgeber machten kein Angebot.Die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED), die rund 80 Prozent der Eisenbahner vertritt, war mit der Forderung nach einer linearen Einkommenserhöhung um sechs Prozent in die Tarifrunde gegangen.Die Gewerkschaft verlangt für höhere Einkommen 5,5 Prozent mehr Gehalt.Die Tarifgemeinschaft aus Lokführer- und der Verkehrsgewerkschaft GBDA (TGM) fordert Lohnsteigerungen um fünf Prozent.Die Gewerkschaften warnten, die Eisenbahner dürften nicht von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgekoppelt werden.GdED-Chef Norbert Hansen verwies zugleich auf eine "einmalige Produktivitätssteigerung" bei der Bahn.

Der Verhandlungsführer der Bahn AG, Personalvorstand Horst Föhr, nannte die gewerkschaftlichen Forderungen überzogen.Sie stünden in keinem Verhältnis zu dem, was für die Bahn wirtschaftlich vertretbar sei.Föhr prognostizierte nach dem ersten Treffen zugleich eine "schwierige Tarifrunde".Kommt es beim zweiten Treffen nicht zu einer Einigung, droht bei der Bahn eine dramatische Verschärfung des Tarifkonflikts.Ende April endet die Friedenspflicht, ein Schlichtungsabkommen gibt es nicht mehr.Die GdED wies darauf hin, daß ein Scheitern der Verhandlungen ab Mai unmittelbar zur Urabstimmung über einen Streik bei der Bahn führe.Die Eisenbahner in den neuen Ländern erhalten derzeit 87 Prozent der Westeinkommen.Eine weitere Erhöhung auf 88 Prozent ist für Anfang 1999 bereits fest vereinbart.

In die erste Runde gingen am Montag auch die Tarifpartner der westdeutschen chemischen Industrie.Für den Pilotbezirk Nordrhein fordert die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) eine Einkommenserhöhung von 5,5 Prozent.Die Ausbildungsvergütung soll um 70 DM steigen.Die Arbeitgeber wiesen auf das trübe Konjunkturumfeld hin.

Die Tarifverhandlungen für die 100 000 Beschäftigten der Papier- und Kunststoffverarbeitung in Ost- und Westdeutschland wurden am Montag nach der zweiten Verhandlungsrunde ergebnislos auf den 10.Mai vertagt.Die IG Medien fordert eine lineare Erhöhung der Gehälter um 6,5 Prozent, der Hauptverband der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie bot am Montag eine Lohn- und Gehaltssteigerung von 2,8 Prozent bei einer Tariflaufzeit von 13 Monaten an.

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