Schwindel bei Fleisch-Label? : Fahnder durchsuchen Neuland-Büros wegen Betrugsverdachts

Ein Geflügellieferant soll jahrelang konventionelle Ware mit dem Neuland-Siegel verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hält es für möglich, dass der Verein davon wusste.

Neuland hatte im Frühjahr einen Hähnchenmäster aus Wietze wegen Missbrauchs des Labels angezeigt.
Neuland hatte im Frühjahr einen Hähnchenmäster aus Wietze wegen Missbrauchs des Labels angezeigt.Foto: dpa

Die Ermittler hätten Unterlagen und Dateien in Bad Bevensen, Bonn und Sachsen-Anhalt sichergestellt, sagte Oberstaatsanwältin Frauke Wilken am Donnerstag. Einem NDR-Bericht zufolge richten sich die Ermittlungen gegen einen Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft in Bad Bevensen. Er habe möglicherweise davon gewusst, dass konventionell gehaltene Hähnchen unter dem Neuland-Gütesiegel verkauft wurden. Dieses steht für besonders artgerechte Tierhaltung.

Neuland hatte im Frühjahr einen Hähnchenmäster aus Wietze wegen Missbrauchs des Labels angezeigt. Er soll jahrelang konventionell gehaltenes Geflügel als Neuland-Fleisch verkauft haben.

Neuland will Aufklärung unterstützen

Bundesgeschäftsführer Jochen Dettmer versprach, die Ermittler bei der Aufklärung zu unterstützen. „Wir haben eine interne Prüfung gemacht und keine Anhaltspunkte für einen Betrug beim Vermarkter gefunden.“

Ob die Vorwürfe gegen den Neuland-Geschäftsführer den Landwirt entlasten, war zunächst unklar. In beiden Fällen laufen die Ermittlungen noch. „Es wird einige Zeit dauern, bis das Datenmaterial ausgewertet ist“, sagte Wilken. (dpa)

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