Wirtschaft : SEB will das Deutschland-Geschäft ausbauen

Schwedische Großbank hat Umstrukturierung der BfG-Bank abgeschlossen und ist jetzt wieder auf Expansionskurs

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Frankfurt (Main) (pot/HB). Die schwedische Großbank SEB liebäugelt mit der Übernahme von deutschen Finanzdienstleistern im Privatkundengeschäft. „Wir wollen in Deutschland wachsen und dafür sind Akquisitionen ein Weg", sagte Lars Lundquist, Vorstandschef des deutschen Ablegers SEB AG, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Zeitpunkt für weitere Übernahmen sei günstig, denn deutsche Finanzdienstleister seien derzeit niedrig bewertet, sagte Lundquist. Zudem verfüge SEB über freies Kapital, um eine Übernahme zu finanzieren.

n von Übernahmekandidaten nannte Lundquist nicht, machte aber deutlich, dass es sich um kleinere Zukäufe handeln dürfte. Potenzielle Neuerwerbungen sollen der Bank in erster Linie neue Kunden bringen. Bisher hat SEB in Deutschland eine Million Kunden. Den Kauf einer Filialbank hält er für weniger sinnvoll. Das eigene Filialnetz sei mit 177 Zweigstellen dicht genug.

Dennoch bedeutet die Ankündigung einen Strategiewechsel. Bisher waren die Schweden vollauf damit beschäftigt, die 1999 übernommene Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) auf Vordermann zu bringen. Die Zahl der Mitarbeiter schrumpfte um 800 auf rund 4000, diverse Tochterfirmen wie etwa das Leasing-Geschäft wurden verkauft oder abgewickelt. Zudem musste das Kreditportfolio gesäubert werden.

Nunmehr sei die Restrukturierung der im letzten Jahr in SEB umfirmierten BfG abgeschlossen, so Lundquist: „Jetzt beginnt eine neue Phase, in der wir expandieren wollen.“ Versinnbildlicht wird dies durch einen Führungswechsel: Lundquist geht demnächst als Finanzchef der SEB-Gruppe nach Schweden zurück, sein Nachfolger ist mit Thomas Altenhain ein Deutscher.

Schon jetzt ist Deutschland ein extrem wichtiger Markt für die SEB Gruppe: Hier hat Skandinaviens viertgrößte Bank ein Viertel ihrer gut vier Millionen Kunden. Beim Ertrag indes hinkt das Deutschland-Geschäft mit einer Eigenkapitalrendite von nur fünf Prozent deutlich hinter dem Gesamtkonzern her. Angepeilt werden 15 Prozent. Wichtigstes Standbein ist das Privatkundengeschäft mit einem Anteil von zwei Dritteln am Gesamtvolumen. Erst vor wenigen Wochen hatte die Bank die Abwicklung der Wertpapiergeschäfte der Volkswagen Bank übernommen.

Auch im Geschäft mit Unternehmen und institutionellen Investoren wollen die Schweden zulegen. Bei der Übernahme der BfG hatte SEB vor allem die Privatkunden im Blick. Mittlerweile aber sei die Entscheidung gefallen, auch im Geschäft mit Unternehmen zu expandieren, sagte Lundquist. Im Fokus stehen mittelständische Firmen mit Interessen in Skandinavien und dem Baltikum. Lundquist will in die Lücke stoßen, die sich durch die restriktive Kreditvergabe der Großbanken auftut. „Der Rückzug der deutschen Banken aus dem Mittelstandsgeschäft verbessert unsere Geschäftsaussichten".

Für das laufende Jahr erwartet Lundquist einen Gewinn „in etwa auf dem Niveau des Vorjahres". Erreicht werden soll dies durch strikte Kostenkontrolle.

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