Wirtschaft : Sechs Prozent im Einzelhandel gefordert

POTSDAM / MARL (ADN).Die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) fordert für die 36 000 Beschäftigten des brandenburgischen Einzelhandels sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt.HBV-Verhandlungsführer Günther Waschkuhn begründete die Forderung am Freitag in Potsdam mit der zu erwartenden Preissteigerungsrate und der "erheblich gestiegenen Produktivität" im Einzelhandel.Der Konkurrenzkampf der Arbeitgeber werde auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen, betonte Waschkuhn.Bei immer größerer Verkaufsfläche, aber ständig verringerter Arbeitnehmerzahl steige die Produktivität jedes einzelnen Mitarbeiters an."Mit dieser Politik der Einzelhandelsunternehmen muß nun Schluß sein", betonte der Gewerkschaftsfunktionär.Der bestehende Tarifvertrag war zum 31.Mai gekündigt worden.Die HBV rechne nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre mit "schwierigen Tarifverhandlungen", sagte Waschkuhn.Er strebe einen Abschluß an, der die Kaufkraft der Arbeitnehmer wieder deutlich erhöht.Das sei "wirtschaftlich sinnvoll, sozial gerecht und auch für die Unternehmen finanzierbar".

Im nordrhein-westfälischen Einzelhandel gingen die Tarifverhandlungen am Freitag in Marl in die zweite Runde.Die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) und die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG), die für die 450 000 Beschäftigten des größten Tarifbezirks ebenfalls sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt fordern, gingen nach eigenen Angaben von "schwierigen" Gesprächen aus.Die Arbeitgeber müßten jetzt ein verhandlungsfähiges Angebot zur deutlichen Steigerung der Realeinkommen der Beschäftigten vorlegen.In den vergangenen Jahren hätten die Abschlüsse stets unterhalb der Produktivitätsfortschritts gelegen.Ein Ergebnis der zweiten Verhandlungsrunde lag bis Redaktionsschluß nicht vor.

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