Wirtschaft : Sechs Stellen für einen Ingenieur Firmen fehlen Experten für Autos und Maschinen

Berlin - Auf dem Arbeitsmarkt sind Ingenieure für Fahrzeugtechnik und für Maschinenbau derzeit stark gefragt. Auf jeden Akademiker mit diesem Abschluss kommen bundesweit fast sechs offene Stellen, wie aus einer Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Auch Ingenieure für die Bereiche Energie und Elektrotechnik sind gesucht, bei ihnen lag das Verhältnis bei 4,7 Stellen je arbeitslosem Experten. Es folgen Informatikerberufe (3,7) und Ingenieure für den Bereich Metallverarbeitung (3,5).

Die Expertise über die Perspektiven von Berufen, die mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu tun haben, hat das IW zusammen mit Arbeitgebervertretern am Montag in Berlin vorgelegt. Sie sieht auch Engpässe bei Meistern und Technikern. Die Lücke ist hier allerdings weniger ausgeprägt: Fachleute auf den Gebieten Energie und Elektrotechnik kommen auf ein Verhältnis von 3,2 zwischen offenen Stellen und Arbeitslosen. Bei beruflich ausgebildeten Spezialisten in dieser Sparte beträgt der Wert nur 2,2. Eher mäßige Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben dagegen Naturwissenschaftler der Fächer Biologie und Chemie.

Insgesamt fehlen der Studie zufolge derzeit 122 800 Arbeitskräfte aller Qualifikationen in den sogenannten MINT-Berufen. Während es bei den Akademikern gestiegene Studentenzahlen gebe, könne das Fehlen der beruflich qualifizierten Kräfte zu einer „Wachstumsbremse“ werden, hieß es. „Fast 1,5 Millionen junge Menschen ohne Berufsausbildung sowie 270 000 im Übergangssystem sind ein Potenzial, das wir heben müssen“, sagte Telekom-Personalchef Thomas Sattelberger.

Die Knappheit spiegelt sich vor allem in der Gehaltsentwicklung der MINT-Akademiker wider: Zwischen 2000 und 2011 stiegen ihre durchschnittlichen Monatslöhne bei einem Vollzeit-Job um gut 36 Prozent, während es im Mittel aller Akademiker nur 24,3 Prozent waren. Zum Vergleich : Bei allen Erwerbstätigen lag das Plus nur bei 22,2 Prozent, wie aus Daten des Sozio-oekonomischen Panels hervorgeht.brö

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