Wirtschaft : SEL in schwerer Existenzkrise

Standort insgesamt gefährdet / Werk Mannheim vor dem Ende
STUTTGART (dpa).Die Existenz des Telekommunikationshersteller Alcatel SEL AG, Stuttgart, ist nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Roland Mecklinger "hochgradig gefährdet".Dies sagte er am Montag abend nach dem Scheitern der Verhandlungen mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel über die Schließung des Mannheimer Werkes mit über 400 Mitarbeitern."Wenn wir 1997 den Turnaround nicht schaffen, wird es den ganzen Standort nicht mehr geben", sagte Mecklinger nach dem Gespräch.Rund zwei Mrd.DM habe das Unternehmen seit 1994 vom französischen Mutterkonzern Alcatel-Alsthom erhalten.Die Pariser Zentrale habe deutlich gemacht, daß es keine weiteren Finanzspritzen mehr geben werde, sagte Mecklinger weiter."Paris erwartet, daß wir endlich wieder in die schwarzen Zahlen kommen." Vor diesem Hintergrund sei die Schließung des Mannheimer Werkes nicht zu vermeiden.Im deutschen Tochterunternehmen waren zum Jahresende knapp 16 000 Mitarbeiter beschäftigt.Bis Ende des Jahres ist ein Stellenabbau auf 13 700 Mitarbeiter geplant.In dem Spitzengespräch habe es keine Annäherung der Standpunkte gegeben, sagte Teufel.Die Regierung beharre darauf, daß es vor zweieinhalb Jahren eine klare Vereinbarung zwischen Landesregierung, Landeskreditbank und Unternehmen gab, demzufolge der Standort Mannheim für zehn Jahre erhalten bleibe.Mecklinger sagte, das Unternehmen habe keine Subvention vom Land erhalten.SEL bezeichnete die Abmachung vor zweieinhalb Jahren lediglich als eine Absichtserklärung.

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