Wirtschaft : Selber kochen schmeckt auch

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Der Sommer kann nur besser werden“, heißt es im letzten Konjunkturbericht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Ende April. Und wie ist der Sommer? „Nicht besonders positiv, ganz im Gegenteil“, sagt Verbandssprecher Marc Schnerr. Die Leute sparen am Essen und Trinken, „das Duell Zapfsäulen gegen Zapfhahn“, vom dem Schnerr spricht, sei eindeutig zu Gunsten der Tankstellen ausgegangen. Tanken müsse man immer, Essen und Bier trinken könne man auch zu Hause. Die Gastronomie ist zum Teil selbst Schuld an der miserablen Auslastung ihrer Betriebe, denn nach der Euro-Einführung hat so manche Kneipe oder Gaststätte die Preise kräftig erhöht. Das leugnet auch Schnerr nicht, der jedoch von „einigen schwarzen Schafen“ spricht, die „die ganze Branche in Sippenhaft genommen haben“. Inzwischen gebe es eine „unfaire Debatte“ über die vermeintlichen Teuro-Sünder in den Gasthäusern, klagt Schnerr. Wie auch immer, die Umsätze sinken weiter bei den meisten Betrieben.

Auch in Berlin hat sich die Geschäftslage der Gastronomie „deutlich verschlechtert“, hat die IHK in ihrer jüngsten Umfrage ermittelt. Nur 18 Prozent der befragten Gastrobetriebe bewertete die aktuelle Lage mit gut. Immerhin: Die Zahl der Unternehmen, die ihre Preise senken wollten, stieg gegenüber der letzten Umfrage um elf auf 16 Prozent. Alles in allem hat die Branche anderthalb schwere Jahre schon hinter sich. Anfang 2001 belasteten BSE und Maul- und Klauenseuche das Geschäft, dann kamen der Konjunktureinbruch und der Euro. Branchensprecher Schnerr hofft nun auf den Spätsommer, wenn die Urlauber zurückkehren. „Dann sehen die Leute, dass unsere Gastronomie im Vergleich zu den meisten Urlaubsländern preisgünstig ist.“ alf

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