Wirtschaft : Selbständige im Osten erfolgreicher als im Westen

DIW: Bundesweit 1,9 Millionen Existenzgründer seit 1990

BERLIN (rtr/Tsp).Die Firmen von Selbständigen in den neuen Ländern existieren nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) länger als die westdeutscher Unternehmensgründer.Drei Jahre nach der Gründung ihrer Firma behaupteten sich in den neuen Ländern noch rund 75 Prozent der Selbständigen, in Westdeutschland aber nur 65 Prozent, berichtete das Berliner Institut am Mittwoch in seinem jüngsten Wochenbericht.In Westdeutschland seien die Selbständigen aber insgesamt zufriedener mit ihrer Arbeit und ihrem Einkommen. Zwischen 1990 und 1995 hätten sich in Deutschland etwa 1,9 Millionen Personen selbständig gemacht, rund 400 000 davon in Ostdeutschland, berichtet das DIW.In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und rückläufiger Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe sei die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit zu einer "wichtigen Option" geworden.Im Westen starteten rund 51 Prozent als Ein-Personen-Firma, immerhin 41 Prozent beschäftigten bis zu fünf Mitarbeiter.Im Osten arbeiteten 44 Prozent zunächst alleine, ebensoviele hätten bis zu fünf Beschäftigte.In beiden Fällen seien rund 13 Prozent der einbezogenen Gruppe zuvor arbeitslos gewesen.Beim Alter der Selbständigen gebe es mit 36 beziehungsweise 37 Jahren praktisch keine West-Ost-Unterschiede. Die Firmen von ehemals Arbeitslosen seien nicht erfolgloser als die von zuvor Erwerbstätigen, berichtete das DIW weiter.Deshalb sei davon auszugehen, daß vor allem in Ostdeutschland der Arbeitsmarkt durch Firmengründungen entlastet worden sei.Grundsätzlich scheiterten diejenigen Unternehmer seltener, die bereits vorher Erfahrungen in der Branche gesammelt hätten.Insgesamt sei der Anteil der Selbständigen hierzulande noch geringer als in vergleichbaren Ländern.Zumindest in den neuen Ländern ist nach Einschätzung des DIW die Vergabe von Krediten ein Grund für diesen geringen Anteil.Selbständige dort hätten überdurchschnittlich selten Grundbesitz, der meist als Sicherheit für Kredite notwendig sei.Die Förderprogramm für Existenzgründer hätten sich alles in allem bewährt und sollten fortgeführt werden.

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