Wirtschaft : Senat stellt Gasag zum Verkauf frei

Bieterverfahren wird eingeleitet Berlin (za).Der Senat will kurzfristig ein Bieterverfahren einleiten, um die restlichen Landesanteile an der Gasag zu verkaufen.Dabei sei auch eine "Verbindung mit den Berliner Wasserbetrieben" (BWB) zu prüfen, steht in einem Bericht zur Vermögensaktivierung, den der Senat am Dienstag beschlossen hat.Das Land Berlin ist mit 51,2 Prozent an der Gasag beteiligt, jeweils 11,95 Prozent des Aktienkapitals werden von RWE, Ruhrgas AG, Veba und Bewag gehalten."Die Auffassung, daß der Einfluß neuer Gesellschafter bzw.Aktionäre positive Entwicklungen fördert, hat sich bei der Gasag voll bestätigt", heißt es in dem Senatspapier. Durch den Konzessionsvertrag und das Berliner Energiespargesetz seien die Instrumente gegeben, auch ohne gesellschaftsrechtlichen Anteilsbesitz den energie- und umweltpolitischen Handlungsrahmen für das Unternehmen mitbestimmen zu können.Der Senat geht nach wie vor davon aus, daß die Gasag voraussichtlich im Jahr 2000 erstmals die Gewinnzone erreicht."Mit dem Erreichen der Gewinnschwelle wird das Unternehmen in die Lage versetzt, die vorgetragenen Verluste sukzessive abzubauen". Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing bestritt gestern jeden Zusammenhang zwischen dem vom Gasag-Vorstand geplanten Abbau von voraussichtlich 1400 Stellen bis Ende 1998 und den Privatisierungsplänen des Senats."Es gibt keine Verknüpfung".Sie sei in der vergangenen Woche vom Aufsichtsrats-Vorsitzenden lediglich über die "neuen Überlegungen" des Vorstands - ausgelöst durch eine Aufsichtsrats-Debatte im vergangenen Jahr - informiert worden, berichtete die Senatorin.Sie habe daraufhin eine Reihe von Fragen formuliert, die der Gasag-Vorstand erst teilweise beantwortet habe.Noch in dieser Woche trifft sich Fugmann-Heesing mit dem Vorstand und am nächsten Dienstag will sich der Senat zu den Plänen der Gasag "positionieren". Zu den Konditionen des Gasag-Verkaufs und den potentiellen Käufern äußerte sich die Finanzsenatorin nicht, ging aber kurz auf die, von den Gewerkschaften problematisierte, Sicherung der Altersversorgung der Beschäftigten im Falle einer Privatisierung ein."Die VBL-Problematik stellt sich nicht mehr so wie vor einem Jahr".Laut Gasag-Satzung gebe es inzwischen die Möglichkeit, auch privatisierte Unternehmen in der öffentlichen Versorgungskasse zu halten. Fugmann-Heesing weigerte sich gestern erneut, zum Stand der Bewag-Verkaufsverhandlungen Auskünfte zu geben.Nach ihrem eigenen Zeitplan sollte das Geschäft bis Ende Februar abgeschlossen sein.Alle anderen, für 1997 geplanten Vermögensaktivierungen im Gesamtwert von 5,8 Mrd.DM befinden sich noch im Prüfungsstadium, einen Zeitplan dafür gibt es nicht.Fugmann-Heesing sprach gestern von einem "harten Stück Arbeit".

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