Wirtschaft : Senator Film: Die Traumfabrik aus Berlin

mot

Hollywood bescherte der Berliner Senator Film AG kurz vor Weihnachten ein verfrühtes Geschenk: Der von Senator produzierte Film "Aimée & Jaguar", der auf der diesjährigen Berlinale den Silbernen Bären erhielt, wurde von der Vereinigung der Auslandspresse als bester ausländischer Film für den "Golden Globe Award" nominiert, der am 23. Januar in Los Angeles verliehen wird. Die Wertschätzung der internationalen Filmwelt zeigt, dass Senator-Chef Hanno Huth offenbar nicht nur ein Gespür für die richtigen Stoffe hat, sondern auch sein Geschäft als Filmverleiher, Produzent und Vermarkter versteht.

Seit dem 29. Januar 1999, dem ersten Handelstag der am Neuen Markt notierten Senator-Aktien (WKN 722 440), können Anleger am Erfolg der Berliner teilhaben. Mit einem Emissionspreis von 38 Euro ins Rennen gegangen, schoss das Papier gleich am ersten Handelstag auf ein Hoch von 143 Euro. Die Traumfabrik weiß die Fantasie der Börse zu wecken: Das Konzept, hochwertige Spielfilme und Zeichentrickfilme zu produzieren und zu vermarkten und sich gleichzeitig vom billigen Massengeschäft abzugrenzen, wird honoriert. Ende der 80er Jahre begann Senator damit, nicht nur US-Kinoware, sondern auch deutsche Produktionen zu vermarkten. Die Aussicht, selbst produzierte Filme im Merchandising und Rechtehandel gewinnbringend auszuwerten, veranlasste das Unternehmen 1987, sich strategisch neu auszurichten. Mit Streifen wie "Manta - Der Film" machte sich Senator hierzulande 1991 erstmals auch als Produzent einen Namen . Die Titel "Stalingrad", "Werner - Das muss kesseln" oder "Comedian Harmonists" prägten sich später Kinobesuchern wie Börsianern ein.

Die Erwartungen der Anleger wurden bislang von Senator Film nicht enttäuscht: In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 180 Prozent auf 80 Millionen Mark. Das Ergebnis nach Steuern schnellte auf 5,7 Millionen Mark nach oben, im Vorjahr war noch ein Verlust von rund zwei Millionen Mark verbucht worden. Die Börse verteilte 1999 Vorschusslorbeeren für Senator. Ein Wert, der im Laufe des Jahres - wie alle Film-, Medien- und Entertainment-Aktien - auf großes Interesse der Börsianer stieß. Inzwischen hat sich der Kurs stabilisiert. Anleger, die von Anfang an dabei waren, können sich über einen Kursgewinn von rund 340 Prozent freuen.

Wer jetzt erst ein Auge auf die Senator-Aktien geworfen hat, sollte bedenken, dass Medien- und Entertainment-Titel starken Schwankungen unterliegen und hoch bewertet werden. Auch Senator agiert auf einem Markt, der nicht nur von Angebot und Nachfrage beeinflusst wird, sondern auch vom Geschmack der Kinobesucher.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben