Wirtschaft : Sender-Familie soll bis August stehen

Pro Sieben drängt auf die rasche Gründung einer Sender-Familie mit SAT.1. "Wir sind sicher, dass ein Senderverbund viel größere Erfolgsaussichten als ein Einzelsender bietet", sagte der Chef des Medienkonzerns, Urs Rohner, am Dienstag auf der Hauptversammlung in München. Aufsichtsratschef Hans Reischl erklärte, in den nächsten zwei Monaten müsse das Konzept stehen. Im August könne dann zwischen den Sendern und ihren Gesellschaftern eine außerordentliche Hauptversammlung über die Sender-Familie entscheiden. Im Verbund mit dem ebenfalls zur Kirch-Gruppe gehörenden Berliner Sender SAT.1 könne man auf dem Werbemarkt besser gegen die Sender-Familie der Bertelsmann-Tochter CLT/UFA (RTL-Gruppe) antreten, sagte Rohner. Reischl wies darauf hin, dass jetzt vor allem der Axel-Springer-Verlag als SAT.1-Gesellschafter am Zuge sei. Welche Rolle der Springer Verlag, der zu 41 Prozent an SAT.1 beteiligt ist, in diesem Verbund spielen wird, ist aber noch nicht klar. Derzeit sei zwischen einem Verkauf der Anteile und einer möglichen Beteiligung an der Senderfamilie noch nicht entschieden, sagte Springer-Chef August Fischer in Berlin. Der Zusammenschluss an sich stehe aber nicht in Frage, da SAT.1 allein sich auf dem Markt nicht gegen die RTL-Gruppe werde durchsetzen können. Die Pro Sieben-Aktionäre zeigten sich nach einem Rekordjahr 1999 hoch zufrieden mit der Geschäftsentwicklung. Der Pro Sieben-Konzern mit seinen Sendern Pro Sieben, Kabel 1 und N 24 gehört seit Herbst 1999 auch offiziell zur Kirch-Gruppe.

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