SENIORENHANDYS IM TEST Telefonieren ohne Schnickschnack : Die Spezialisten

Große Tasten, lesbare Displays und Sicherheit per Knopfdruck – das bieten viele dieser Geräte

Yasmin El-Sharif

Lang ist die Liste der Funktionen moderner Handys. Musikplayer, Kameras und Spiele sind integriert. Für manche kann weniger aber durchaus mehr sein. Viele Senioren zum Beispiel sind froh, wenn sie kein Schnickschnack vom Telefonieren oder Verschicken von Textnachrichten (SMS) abhält. Stattdessen sollen das Display leserlich und die Tasten groß sein.

Einige Hersteller haben diese Bedürfnisse erkannt und bringen inzwischen einfache Mobiltelefone auf den Markt, die ohne technisches Beiwerk auskommen. 13 davon hat die Stiftung Warentest nun von älteren Menschen testen lassen, um zu sehen, wie benutzerfreundlich sie tatsächlich sind. Neben fünf speziell für Senioren entwickelten Mobiltelefonen standen dabei auch acht herkömmliche Handys auf dem Prüfstand. Wie bei einem regulären Handytest prüfte und bewertete die Stiftung Warentest daneben die Punkte Telefonieren, Akkubetrieb, Transport und Haltbarkeit (siehe Tabelle).

Das beste Ergebnis beim Seniorentest erzielte das „Nokia 3110 Classic“ – ein Mobiltelefon herkömmlicher Bauart. Knapp dahinter platziert: das speziell für ältere Menschen entwickelte Handy „Fitage Big Easy 2“ für 290 Euro. Das ist fast doppelt so groß wie das Nokia und mehr als doppelt so schwer. Außerdem kostet das Nokia mit 149 Euro nur knapp die Hälfte. „Für ältere Personen, die mit einem kleinen Handy gut zurechtkommen, ist das Nokia auf jeden Fall zu empfehlen“, urteilen die Tester. Beim Telefonieren wie auch beim Versenden einer Textnachricht gibt es beim Nokia keine Probleme, beides funktioniert laut Testergebnis „gut“. Auch an der Lesbarkeit der Tasten sowie der Zahlen und Namen auf dem Display hatten die älteren Tester nichts auszusetzen.

Wer aus Sicherheitsgründen Wert auf eine Notruftaste legt, findet diese bei den Seniorenhandys „Emporia Life“ (199 Euro) und beim „Secufone BX55“ (449 Euro). Wird der Notruf getätigt, wählt das Emporia nacheinander bis zu fünf vorher festgelegte Nummern an, zum Beispiel den Sohn, die Tochter oder den Nachbarn. Auch beim Secufone besteht die Möglichkeit, eine Notrufnummer einzuspeichern. Ein weiteres Extra dieses Modells: Mithilfe der GPS-Funktion lässt sich der Standort des Nutzers via Satellit ausfindig machen.

Als äußerst schwierig empfanden es die Testpersonen, einige Mobiltelefone in Betrieb zu nehmen. Beim Versuch, die Sim-Karte in das „Senotech Basic Phone“ einzulegen, war sogar ein Schraubenzieher erforderlich, um eine Klappe auf der Rückseite zu entfernen. Bei beiden bewerteten Handys von Sony Ericsson bemängelten die Tester, dass die Schalter nicht farbig gekennzeichnet sind. Geräte wie das Fitage mit einer klaren Symbol- und Farbgebung hingegen sind nutzerfreundlich und konnten intuitiv an der richtigen Stelle ein- und ausgeschaltet werden.

Minuspunkte erhielten fast alle getesteten Seniorenhandys beim Akkubetrieb. Die Akkus machen im Standby (Bereitschaftsfunktion) schnell schlapp und sollten alle ein bis zwei Tage aufgeladen werden. Einzige Ausnahme: das „ITT Easyuse“. Yasmin El-Sharif

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