Serie: BERLIN, aber oho : Artvento

In der Serie "Berlin, aber oho" stellen wir die Kleinunternehmer der Stadt vor. Heute: Ein Rahmenbauer aus Prenzlauer Berg.

Luca Spinelli

Als Bernd Vento einen Laden für Bilderrahmen eröffnen wollte, lag Prenzlauer Berg noch im Osten eines geteilten Berlins. Zwar gab es genug leerstehende Wohnungen für ein Geschäft, doch mit der Genehmigung hatte er Probleme. „Wie soll man denn davon leben?", zweifelten die DDR-Beamten an seiner Idee. Heute führt Vento den Laden erfolgreich im 27. Jahr, doch wahrscheinlich auch, weil sein Laden in der Eberswalder Straße mehr ist als ein reiner Rahmenhandel. In drei Werkstatträumen hinter dem Laden fertigen der gelernte Bau-Ingenieur Vento und seine Partnerin die Rahmen in Handarbeit. Die Leisten wählt er selbst aus, sie kommen aus traditionellen Fertigungsstätten in Spanien und Italien. Zusätzlich montieren sie Galerieleisten, restaurieren Bilder und Rahmen oder richten Gebäude ein. Rund 50 Prozent seiner Kunden sind Gewerbe wie Hotels und Restaurants oder Einrichtungen des öffentlichen Dienstes. Die andere Hälfte sind Privatkunden, die zum Beispiel ein altes Bild restaurieren oder das Universitätsdiplom rahmen lassen möchten. Besondere Freude bereiten dem 62-Jährigen die ganz speziellen Wünsche seiner Kunden. „Wir haben schon die erste Jeans, die letzte Zigarette oder die Pfeife vom Opa eingerahmt“, sagt Vento und lacht. „Wir rahmen fast alles ein.“

Bernd Vento (62)
Bernd Vento (62)Foto: Luca Spinelli

Chef: Bernd Vento (62)
Branche: Produktion und Handel
Mitarbeiter: 2
Gründungsjahr: 1987
Firmensitz: Prenzlauer Berg

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