Serie: BERLIN, aber oho : Flying Colors

In der Serie "Berlin, aber oho" stellen wir die Kleinunternehmer der Stadt vor. Heute: Michael Steltzer, der einen Drachenladen betreibt.

Luca Spinelli

Wer Michael Steltzers Drachen- und Jonglierladen besucht, weiß gar nicht, wo er zuerst hinschauen soll. Bunte Jo-Jos und Bumerangs liegen in den Regalen neben entflammbaren Jonglierbällen, große Lenkdrachen zieren die Wände. Steltzer verkauft hier alles, was unter den Begriff der „spielerischen Physik“ fällt. Schwerpunkt des Ladens sind heute wie früher die Drachen, die zu Dutzenden über Steltzers Kopf schweben, während er erzählt, wie er 1984 mit seinem Partner den nach eigenen Angaben ersten Drachenladen Berlins eröffnete. „Die Kundschaft mussten wir uns damals erst erzeugen.“ So organisierten die beiden Gründer Drachenfeste in und um Berlin oder verbanden 1990 Ost und West mit einer Drachenkette. Später fusionierte der Drachenladen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit der Jonglerie aus Kreuzberg zu dem heutigen Geschäft in der Eisenacher Straße. Auch wenn Flying Colors heute noch Drachenfeste organisiert – wie 2010 bei der Eröffnung des Tempelhofer Parks – werden die meisten Kunden mittlerweile übers Internet auf den Laden aufmerksam. Jeden Tag packen Steltzer und seine Mitarbeiter 30 bis 40 Pakete, die Nutzer über den Online-Shop bestellt haben. „Die Kunden, die den Weg in den Laden finden, sind bunt gemischt“, sagt der Chef. Mit einem Drachen und etwas Wind könne schließlich „jeder, ob arm oder reich, ob Professor oder Bauarbeiter, den Traum vom Fliegen träumen“.

Michael Steltzer
Michael SteltzerFoto: Luca Spinelli

Chef: Michael Steltzer (65)
Branche: Handel
Mitarbeiter: 5
Gründungsjahr: 1984
Firmensitz: Schöneberg

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