Wirtschaft : Sero AG will im Ausland wachsen

BERLIN (dw).Der Berliner Recyclingkonzern Sero AG setzt nach einem "sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 1998" auf eine rasche, europaweite Expansion.Bei der Bilanzvorlage am Mittwoch erklärte Vorstandssprecher Thomas Wagner, das Unternehmen wolle im Jahre 2003 die Umsatzmilliarde erreichen und davon rund 30 Prozent im westeuropäischen Ausland erwirtschaften.Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1997/98 hatte Sero den Umsatz um 62 Prozent auf 344 Mill.DM erhöht und den Jahresüberschuß - unter anderem durch Immobilienverkäufe - von 11,9 Mill.auf 23,4 Mill.DM gesteigert.Auch die "hoch zufriedenstellende Entwicklung" im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 1998/99 rechtfertige die Erwartung, im Gesamtjahr beim Umsatz um 25 Prozent auf 413 Mill.DM und beim Ergebnis um 30 Prozent zu wachsen: So gelang es dem zweitgrößten deutschen Recyclingunternehmen im Quartalsvergleich die Umsätze seit dem 30.Juni um 52,2 Prozent und - bereinigt um die Firmen-Übernahmen - um 20 Prozent zu steigern.

Äußerst zufrieden zeigte sich Wagner mit den drei Akquisitionen des abgelaufenen Geschäftsjahres und dem Erfolg der weltweit wahrscheinlich ersten Recycling-Anlage für Windeln in Neubrandenburg.Unter anderem durch die Übernahme der MBA Marzahner Bauausführung GmbH und der B.U.S.GmbH habe Sero in Berlin die Marktführerschaft ausgebaut.Zwar hätten die Zukäufe der drei defizitären Unternehmen - darunter auch der Kölner Metall-Recycler Franke und Sohn - das Sero-Ergebnis von 20,4 Mill.auf 17,1 Mill.DM gedrückt.Doch hätten alle Unternehmen innerhalb von neun Monaten den Turnaround zu schaffen.Bei weiteren Übernahmen - Wagner hielt zwei Akquisitionen bis Weihnachten für möglich - werde man in den süddeutschen Raum vorstoßen.Die "Wirec GmbH" für Windelrecycling in Neubrandenburg habe inzwischen eine Auslastung von 100 Prozent.Noch in diesem Jahr werde Sero eine zweite, größere Anlage im Ruhrgebiet in Betrieb nehmen, in der Windeln aus Krankenhäusern und Altenheimen zu Rohstoffen für die Dämmstoff-, Papier- und Ziegelindustrie umgewandelt werden.

Daß trotz der Akquisitionen der Jahresüberschuß auf 23,4 Mill.DM gesteigert werden konnte, wertete Wagner als "Einmal-Effekt", der durch Immobilienverkäufe zustande gekommen sei.Die Sero AG habe 73 ihrer 208 Grundstücke veräußert, die nicht betriebsnotwendig waren, wobei nach dem "sale and lease back-Vefahren" Steuervorteile genutzt werden konnten.

Die Entwicklung der Sero-Aktie beurteilte Wagner positiv.Im Vergleich zum Dax "sind wir nicht schlecht gefahren", so der Vorstandssprecher.Das DVFA-Ergebnis je Aktie sei zwar wegen der Firmen-Akquisitionen von 1,65 DM auf 1,27 DM gefallen.Ohne die Akquisitionen wäre es aber auf 2 DM gestiegen.Der Hauptversammlung solle am 10.Dezember eine Erhöhung der Dividende von 80 Pfennig auf eine DM vorgeschlagen werden.Damit hat Sero seit ihrem Börsengang 1995 in jedem Jahr die Dividende erhöht.Zur Zeit diskutiere der Vorstand die Ausgabe von Gratisaktien, um die relativ geringe Zahl von 1,8 Millionen frei handelbarer Aktien zu erhöhen.Eine Kapitalerhöhung schloß Wagner jedoch kategorisch aus.

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