Wirtschaft : SGL Carbon droht neues Bußgeld Vorwurf illegaler Preisabsprachen

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Brüssel / Wiesbaden (dpa). Der Wiesbadener Kohlenstoffspezialist SGL Carbon muss wegen verbotener Preisabsprachen voraussichtlich erneut ein hohes Strafgeld zahlen. Die EUKommission werde an diesem Dienstag gegen die SGL und sechs weitere Unternehmen eine Kartellstrafe verhängen, verlautete am Montag aus Kreisen der EU-Kommission in Brüssel. Die Firmen hätten die Preise für Spezialgrafit-Elektroden, die etwa für die Herstellung von Computerchips benötigt werden, jahrelang untereinander abgesprochen, lautet der Vorwurf. SGL Carbon werde ein Bußgeld in Höhe von mehreren Millionen Euro zahlen müssen, hieß es in Brüssel. Damit käme der weltweit größte Hersteller von Carbon, Grafit und Verbundmaterialien noch relativ glimpflich davon. Möglicherweise werde die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens berücksichtigt. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben in der ersten Jahreshälfte 2002 einen Vorsteuerverlust von 6,7 Millionen Euro gemacht, und der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 538 Millionen Euro.

Schon im Juli vergangenen Jahres war SGL Carbon wegen illegaler Preisabsprachen bestraft worden. Damals hatte die Europäische Kommission eine Buße von 80,2 Millionen Euro gegen den Wiesbadener Grafithersteller verhängt. Auch in den USA musste die Firma ein Strafgeld von 145 Millionen Euro bezahlen. Kartelle sind in der Europäischen Union grundsätzlich verboten, weil sie zu hohen Schäden führen können. Ausnahmen muss die EU-Kommission genehmigen.

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