Wirtschaft : Shell meldet drastischen Gewinneinbruch

LONDON (rtr).Der niederländische-britische Mineralölriese Royal Dutch/Shell (Shell) hat wegen Abschreibungen und Milliardenaufwendungen für den Konzernumbau einen Gewinneinbruch verzeichnet.Der Reingewinn zu laufenden Kosten sei von 8,125 Mrd.um fast 90 Prozent auf 901 Mill.Dollar gesunken, teilte der Konzern am Donnerstag mit.Den Sonderaufwand verbuchte Shell mit 4,2 Mrd.Dollar (7,3 Mrd.DM).Auch ohne Berücksichtigung der Sonderaufwendungen verzeichnete der Konzern einen Gewinnrückgang um 36 Prozent, der wiederum aus dem drastischen Ölpreisverfall und den Einbußen im Chemiegeschäft durch die Asien-Krise resultierte.

Den Sonderaufwand verbuchte Shell im viertel Quartal, in dem daher ein Verlust von 3,6 Mrd.Dollar anfiel.Ohne Sonderaufwendungen brach der Quartalsgewinn um 53 Prozent auf 818 Mill.Dollar ein.Auch die Konkurrenten hatten im Schlußquartal 1998 Gewinneinbußen verzeichnet.Branchenführer Exxon hatte einen Rückgang um 30 Prozent verbucht, sein Fusionspartner Mobil Einbußen von 38 Prozent.BP Amoco legt seine Bilanz in der kommenden Woche vor.

Auch im laufenden Jahr erwartet Shell, daß sich die Margen aufgrund der hohen Öl-Lagerbestände unter Druck befinden werden.In Europa und den USA könne eine konjunkturelle Verlangsamung das Wachstum der Ölnachfrage beeinträchtigen.Mit gemischten Gefühlen blickt Shell auch auf die künftige Geschäftsentwicklung im Chemiebereich.Kurzfristig wird sogar von einer Eintrübung ausgegangen.Auch die Rohölpreise werden sich nach Ansicht von Shell-Chef Mark Moody-Stuart wahrscheinlich noch für einige Zeit unter Druck bleiben.Shell sei auf eine solche Entwicklung jedoch vorbereitet, sagte Moody-Stuart.Falls es ihm nicht gelingen sollte, das Unternehmen innerhalb von zwei Jahren wieder auf Kurs zu bringen, sei er zum Rücktritt bereit.Er bleibe aber sehr zuversichtlich, daß der Trend sinkender Gewinne umgekehrt werden könne.Moody-Stuart bekräftigte, Shell werde seinen Sanierungsplan vom Dezember umsetzen.Danach sollen die Kosten um 2,5 Mrd.Dollar gesenkt und weite Teile des Geschäfts verkauft werden, darunter 40 Prozent des Chemiegeschäfts.Er habe harte Entscheidungen zu treffen, sagte er.

Bei der Deutschen Shell AG, Hamburg, ist der Gewinn nicht so stark gefallen wie bei der Konzernmutter."Wir haben weniger verdient als im Rekordjahr 1997, aber immer noch ganz ordentlich", sagte der Shell-Sprecher Rainer Winzenried auf Anfrage.Die AG erreichte zuletzt bei einem Umsatz von 25,5 Mrd.DM einen Gewinn von 909 Mill.DM.

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